netzeitung.deDutzende Tote bei Luftangriffen in Afghanistan

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Hubschrauber der US-Armee in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hubschrauber der US-Armee in Afghanistan
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei Luftangriffen von Nato-Truppen sind in einem Dorf in Afghanistan neben mehreren Taliban auch Zivilisten umgekommen. Nato-Truppen hatten die Bewohner vorher aufgefordert ihre Häuser zu verlassen.

Bei Luftangriffen afghanischer und Nato-Soldaten sind in einem Dorf im Süden Afghanistans neben 50 mutmaßlichen Taliban auch Dutzende Zivilpersonen getötet worden. Wie örtliche Behörden am Freitag berichteten, sind unter den Opfern auch Frauen und Kinder. Den Angaben zufolge kam es am Donnerstagabend in der Ortschaft Kumbarak in der Provinz Helmand zu Kämpfen zwischen Aufständischen und den Streitkräften, die daraufhin Luftangriffe flogen.

Die Isaf erklärte, sie gehe den Berichten nach. Nato-Truppen hätten die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser wegen der Kämpfe zu verlassen, sagte der Behördenchef des Bezirks Gereschk, Abdul Manaf Chan. Bei den Luftangriffen kamen nach seinen Angaben 50 Taliban und 28 Zivilpersonen ums Leben. Die Leichen wurden demnach bereits bestattet worden, die Kämpfe dauerten noch an. Ein Mitglied des Bezirksrats von Gereschk, Malim Mirwali, und ein weiterer Einwohner sprachen von mehr als 40 getöteten Zivilpersonen.

Drohungen gegen Südkoreaner bekräftigt
Afghanische Geistliche und Älteste bemühten sich unterdessen weiter um die Freilassung von 22 von den Taliban verschleppten Südkoreanern. Telefonische Verhandlungen in der Nacht zum Freitag brachten weiter keinen Durchbruch, wie aus Behördenkreisen verlautete.

Der selbst ernannte Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi erneuerte die Drohung, die Geiseln zu töten, sollten die Forderungen der Kidnapper nicht erfüllt werden. Lösegeld werde nicht verlangt, man wolle die Freilassung von gefangenen Taliban, sagte er. Die Entführer hofften, dass ein in Kabul erwarteter südkoreanischer Gesandter die Regierung von einem Gefangenenaustausch überzeugen könne, sagte Ahmadi.

«Wenn die Regierung in Kabul unser Problem nicht löst... dann haben wir keine andere Möglichkeit als die koreanischen Geiseln zu töten», drohte er. Die Christen würden in kleinen Gruppen an verschiedenen Orten festgehalten, einige seien in schlechtem gesundheitlichen Zustand. Sie waren am Donnerstag vergangener Woche verschleppt worden, eine Geisel wurde bereits erschossen. (AP)