19. Jul 2007 11:47, ergänzt 13:53
Die Witwe des US-Journalisten Daniel Pearl geht juristisch gegen das Terrornetzwerk von Osama bin Laden vor. Sie fordert Schadensersatz für die Ermordung ihres Mannes.
Die Witwe des 2002 von Islamisten geköpften US-Journalisten Daniel Pearl hat am Mittwoch 23 Mitglieder des Terrornetzwerks Al Qaeda und die größte pakistanische Bank verklagt. Nach Medienberichten strebt die jetzt in Frankreich lebende Mariane Pearl Schadensersatz in nicht näher bezeichneter Höhe für die Ermordung ihres Mannes an. Die Tat habe darauf abgezielt, «die Pearl-Familie emotional zu zerstören und die amerikanischen Bürger zu terrorisieren», hieß es. Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in New York eingereicht.
Daniel Pearl war der leitende Südasien-Korrespondent des «Wall Street Journal». Der 38-Jährige war im Januar 2002 in der pakistanischen Stadt Karatschi entführt worden. Einen Monat später tauchte ein Video auf, das seine «Hinrichtung» zeigte. Zu den von der 39-jährigen Witwe verklagten Terroristen gehört der 2003 gefasste und jetzt im US-Lager Guantánamo Bay fest gehaltene Chalid Scheich Mohammed, der zu den führenden Köpfen von Al Qaeda gezählt wird. Er hatte erst vor kurzem in einer Militärtribunal-Anhörung angegeben, dass er persönlich Pearl enthauptet habe. Der pakistanischen Habib Bank wirft die Witwe vor, wissentlich «finanzielle Dienste» für Al Qaeda und andere Terrorgruppen geleistet zu haben.
In einer schriftlichen Erklärung betonte die Klägerin, es komme ihr darauf an, die Wahrheit über den Tod ihres Mannes herauszufinden, die Aktionen der Terroristen aufzudecken und sie zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Geschichte der berühmten Witwe hat Hollywood für filmreif befunden - demnächst kommt das Drama «A Mighty Heart» in die Kinos. Die Rolle der Mariane Pearl spielt darin Angelina Jolie. (nz/dpa)