netzeitung.deAmnesty wirft Taliban Kriegsverbrechen vor

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Auch Kinder in Afghanistan werden Opfer der Taliban (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch Kinder in Afghanistan werden Opfer der Taliban
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Die islamistischen Taliban werden in einem Bericht von Amnesty International beschuldigt, gezielt afghanische Zivilisten zu töten. Innerhalb von zwei Jahren wurden mehr als 180 Schulen niedergebrannt.

Zivilisten in Afghanistan werden zunehmend Opfer von Selbstmord-Anschlägen, Entführungen und Enthauptungen durch die radikalen Taliban. Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem Bericht feststellt, verüben die Islamisten systematische Übergriffe auf die Bevölkerung. Den Taliban werden darin Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Unter den Opfern von Angriffe im Zeitraum Januar 2005 bis März 2007 seien Frauenrechtlerinnen, Kandidaten bei Wahlen, Geistliche, Mitarbeiter von Regierung und Gesundheitswesen sowie Lehrer, hieß es. Mindestens 183 Schulen seien niedergebrannt worden. Nach Statistiken von Nato und Vereinten Nationen starben im vergangenen Jahr mindestens 756 Zivilpersonen bei Sprengstoffanschlägen.

Laut Amnesty brandmarken die Taliban die meisten ihrer Opfer als «Spione» und «Kollaborateure». In der vergangenen Woche war einem afghanischen Journalisten die Kehle durchgeschnitten worden. Ajmal Nakschbandi war im März gemeinsam mit dem inzwischen freigelassenen italienischen Reporter Daniele Mastrogiacomo entführt worden.

Die Islamisten stützten sich auf einen Kodex, der Sanktionen gegen Zivilisten vorschreibe, hieß es in dem Bericht. So sei vorgesehen, dass ein Lehrer, der trotz Warnungen der Taliban weiter unterrichtet, Schläge erhalten muss.

Taliban bedrohen Lehrer und Schüler
Wenn sich diese Pädagogen weiterhin weigerten, die von den Taliban definierten «Prinzipien des Islams» zu befolgen, droht ihnen die Tötung. Um ihr Leben müssen auch alle diejenigen fürchten, die die US-geführten Militäraktionen in dem Land befürworten.

Angriffe auf Bildungseinrichtungen im Land haben laut Amnesty seit 2006 drastisch zugenommen. Die Taliban verüben demnach nicht nur Bomben- und Brandanschläge, sondern bringen nachts auch Drohbriefe an Moscheen und Schulen an, in denen sie Anschläge ankündigen. Im vergangenen Dezember hatten Islamisten in einem Wohnhaus in der Provinz Kunar zwei Lehrerinnen und mehrere ihrer Familienangehörigen ermordet.

«In mehreren Regionen wollen Eltern ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken», warnt der Report. Das Klima der Angst im Land gefährde das Recht tausender Kinder auf Bildung. Betroffen seien vor allem Mädchen. (nz)