Amnesty wirft Taliban Kriegsverbrechen vor
19.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Laut Amnesty brandmarken die Taliban die meisten ihrer Opfer als «Spione» und «Kollaborateure». In der vergangenen Woche war einem afghanischen Journalisten die Kehle durchgeschnitten worden. Ajmal Nakschbandi war im März gemeinsam mit dem inzwischen freigelassenen italienischen Reporter Daniele Mastrogiacomo entführt worden.
Die Islamisten stützten sich auf einen Kodex, der Sanktionen gegen Zivilisten vorschreibe, hieß es in dem Bericht. So sei vorgesehen, dass ein Lehrer, der trotz Warnungen der Taliban weiter unterrichtet, Schläge erhalten muss.
Angriffe auf Bildungseinrichtungen im Land haben laut Amnesty seit 2006 drastisch zugenommen. Die Taliban verüben demnach nicht nur Bomben- und Brandanschläge, sondern bringen nachts auch Drohbriefe an Moscheen und Schulen an, in denen sie Anschläge ankündigen. Im vergangenen Dezember hatten Islamisten in einem Wohnhaus in der Provinz Kunar zwei Lehrerinnen und mehrere ihrer Familienangehörigen ermordet.
«In mehreren Regionen wollen Eltern ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken», warnt der Report. Das Klima der Angst im Land gefährde das Recht tausender Kinder auf Bildung. Betroffen seien vor allem Mädchen. (nz)

