Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Europol will auch bei Hooligans tätig werden

10. Apr 2007 22:04
Hooligans bei einem Fußballspiel in Rom
Bild vergrößern
Europol hat vor einer Eskalation des Terrors in Europa gewarnt. Der Chef der Behörde nutzte die Präsentation des Berichts im EU-Parlament zugleich dazu, weitere Befugnisse zu fordern.

Der Direktor der europäischen Polizeibehörde Europol, Max-Peter Ratzel, hat vor einer Eskalation des Terrorismus in Europa gewarnt. Im vergangenen Jahr hätten Terroristen in Europa fast 500 Mal zugeschlagen, sagte Ratzel am Dienstag im Europäischen Parlament in Brüssel bei der Vorstellung des ersten Europol-Berichts Situation und Trends des Terrorismus in Europa.

Europol-Kampf gegen Hooligans hätte «Mehrwert»

Mehr in der Netzeitung:
In den allermeisten Fällen entstand dabei jedoch nur Sachschaden, heißt es in dem Bericht. Die Schwere der Attentate war Ratzel zufolge höchst unterschiedlich. «Aber wir müssen aufpassen, dass diese Dinge nicht weiter eskalieren», sagte der Europol-Chef. Nur ein einziger der 498 aufgeführten Anschläge in elf EU-Ländern hatte laut Europol-Bericht einen islamistischen Hintergrund. Dabei ging es um die Kofferbomben in Deutschland. Hinter 424 Attentaten steckten separatistische Gruppen, vor allem in Frankreich und Spanien.

Ratzel warb zugleich für eine neue Rechtsgrundlage für die Behörde. Er plädierte im Innenausschuss des Parlaments dafür, seiner Behörde auch Befugnisse zum Vorgehen gegen Hooligans, Serienmörder und Anbieter von Kinderpornografie zu geben. Bisher darf Europol nur tätig werden, wenn grenzüberschreitende Organisierte Kriminalität hinter einem Verbrechen steckt. Das sei zum Beispiel bei Hooligans nicht der Fall. Die Einschaltung von Europol hätte hier aber einen «Mehrwert für alle Mitgliedstaaten», meinte Ratzel.

Disput um Datenschutz

Max-Peter Ratzel (l.) bei der Vorstellung des Berichts im EU-Parlament
Bild vergrößern
Unterstützung bekam Ratzel vom Vorsitzenden der Europol-Gruppe im Ministerrat, Michael Niemeier. Drei Änderungen der Europol-Aufgaben hätten insgesamt sieben Jahre gebraucht. «Hier muss schneller reagiert werden können», sagte Niemeier als Vertreter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Ein Ratsbeschluss könne die Grundlage dafür schaffen.

Der federführende Abgeordnete Agustín Díaz de Mera von der konservativen EVP mahnte in seinem Bericht dazu jedoch eine größere demokratische Verantwortlichkeit der EU-Polizeibehörde an. Kritische Stimmen wurden auch in Fragen des Datenschutzes laut. Angaben über Verdächtige, denen keine Tat nachgewiesen wurde, müssten besonders geschützt werden, verlangte der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx unter anderem.

Der sozialdemokratische Abgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler warf die Frage auf, wie der Datenaustausch mit Drittländern wie den USA geregelt werden solle. «Der Datenschutz ist bei Europol in guten Händen», erklärte hingegen der Präsidentschaftsvertreter Niemeier. (dpa)

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.