netzeitung.deTaliban köpfen Dolmetscher von Italiener

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Der Italiener Daniele Mastrogiacomo in der Gewalt der Kidnapper (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Italiener Daniele Mastrogiacomo in der Gewalt der Kidnapper
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Taliban haben den Dolmetscher des ehemals entführten Reporters Daniele Mastrogiacomo getötet. Sie werfen der afghanischen Regierung vor, Forderungen nicht erfüllt zu haben.

Die Taliban haben am Sonntag den Dolmetscher der italienischen Exgeisel Daniel Mastrogiacomo enthauptet. Die Regierung sei auf die Forderung nach Freilassung von zwei Taliban-Kommandeuren im Austausch für Adschmal Nakschbandi nicht eingegangen, begründete Taliban-Sprecher Schahabuddin Atal die Tat. Ein Sprecher des afghhanischen Geheimdienstes bestätigte, dass Nakschbandi getötet wurde.

Mastrogiacomo, ein Reporter der italienischen Zeitung «La Repubblica», und Nakschbandi, der als Dolmetscher und freier Journalist arbeitete, waren am 5. März gemeinsam mit einem Fahrer in der südafghanischen Provinz Helmand verschleppt worden. Der Fahrer wurde enthauptet, Mastrogiacomo kam am 19. März im Austausch für fünf Taliban-Gefangene frei.

Die Taliban hatten eine ähnliche Forderung auch für die Freilassung Nakschbandis erhoben. «Heute um 15:05 Uhr haben wir Adschmal im Bezirk Garmsir der Provinz Helmand geköpft», sagte Atal, nach eigenen Angaben ein Sprecher des Taliban-Regionalkommandeurs Mullah Dadullah. «Als wir den Austausch für den italienischen Journalisten verlangt haben, hat die Regierung die Gefangenen freigelassen, aber um den afghanischen Journalisten hat sich die Regierung nicht gekümmert», sagte er.

Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs, verurteilte die Ermordung Nakschbandis und forderte die afghanischen Behörden auf, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Der Herausgeber von «La Repubblica», Ezio Mauro, sagte in einer Stellungnahme auf der Web-Site der Zeitung, Nakschbandi sei lediglich seiner Arbeit wegen in die Region gekommen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai verteidigte unterdessen die Freilassung der Taliban im Austausch für Mastrogiacomo. Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi habe seine Regierung mehrfach um Unterstützung gebeten, sagte Karsai am Freitag. Die Entführung des Reporters habe Rom unter Druck gesetzt. Ein solcher Gefangenenaustausch werde jedoch nicht wiederholt, betonte Karsai.

Der Handel für die Freilassung Mastrogiacomos war seinerzeit von vielen Seiten kritisiert worden. (AP)