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Spur von Al-Qaeda-Video führt über Erfurt

21. Mrz 2007 07:39, ergänzt 09:24
Terrordrohung der 'Stimme des Kalifats'
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Das Droh-Video, in dem Islamisten zum Heiligen Krieg gegen Deutschland und Europa aufriefen, ist in Deutschland fertiggestellt worden. Das fanden IT-Experten heraus.

An dem über das Internet verbreiteten Videofilm einer irakischen Extremistengruppe ist ein Erfurter Internet-Privider beteiligt gewesen. Das teilte am Mittwoch das IT-Unternehmen Pan Amp mit.

Mehr in der Netzeitung:
Der am vorletzten Wochenende veröffentlichte Film der Extremistengruppe kam aus einem professionell wirkenden Studio. Das Arrangement wirkte nicht völlig real, eher wie eine Computer-Animation. Der Sprecher bewegte sich kaum und sprach seinen Text monoton - doch die Botschaft war klar: In einer «Nachricht an die Regierungen von Deutschland und Österreich» verlangen die selbst ernannten Propagandisten von Al Qaeda den Rückzug von knapp 3000 deutschen Nato-Soldaten aus Afghanistan. Anderenfalls werde es Anschläge geben, die Deutschen samt den Österreichern «definitiv mit Allahs Erlaubnis angegriffen und getötet», drohen sie im «Califate Voice Channel», einer Internet-Fernsehsendung.

Aus dem Terrorvideo
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Erstmals drohten die Verfasser auch Deutschland direkt. Vor animiertem Hindergrund flogen die Porträts deutscher Regierungsmitglieder ins Bild ein. Zu sehen waren außerdem die Signets deutscher Markenprodukte, verbunden mit dem Hinweis, dass es um all dies doch schade sei. Nach Erkenntnissen der IT-Sicherheitsexperten wurde der Film im März 2007 von dem Al-Firdas-Network produziert.

Hintergrund:
Mithilfe ihrer Fahndungstechnologie war die Hamburger Firma bereits im Oktober 2005 auf Rohmaterial der Al Qaeda auf einen Server in Erfurt gestoßen. Es habe sich um Video-Rohmaterial aus dem Irak gehandelt, hieß es, das mit Animationen und türkischen Untertiteln in Erfurt aufbereitet wurde.

Kein Zufall

Wie die Experten schildern, veröffentlichten die Dschihadisten das Rohmaterial in Deutschland, - wie bereits im Oktober 2005 - über denselben Internet-Provider in Erfurt. Von hier an übernahm dann die Global Islamic Media Front (GIMF) die Endproduktion. Sie brachten die deutschsprachigen Untertitel ein, verringerten die Datendichte des Videos und brachten es im Internet in Umlauf. Firmenvorstand Bert Weingarten sagte zudem, es sei kein Zufall, dass die Endproduktion und die Verbreitung exakt mit der Verfahrensweise aus 2005 übereinstimme.

'Angegriffen und getötet'  - Al-Qaeda-Vize al Sawahiri
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«Die in Deutschland aktive Zelle der GIMF hat somit belegt, dass es sich weder um Trittbrettfahrer noch um die Verbreitung einer freundlichen Bitte auf Abzug der Deutschen Soldaten aus Afghanistan handelt». Nach Einschätzung des Unternehmens hat die verschlüsselte Kommunikation der GIMF stark zugenommen.

Hintergründe zur GIMF, Details zur Propagandaverbreitung und Informationen zur verwendeten Verschlüsselung hat Pan Amp bereits in den Monaten zuvor an das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt übergeben. (nz)

 
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