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Al Qaeda bildet Brückenkopf im Libanon

17. Mrz 2007 10:53
Zarqawi ist tot - seine Anhänger formieren sich im Libanon neu
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Anhänger von Al Qaeda rüsten im Libanon für den Kampf gegen die USA. Die Behörden lassen sie unbehelligt - obwohl ihr Führer unter Terrorverdacht gesucht wird.

Im Libanon hat eine neue Islamisten-Gruppe mit Anschlägen gegen die USA gedroht. Ihr Führer, ein Palästinenser namens Schakir al Abssi, stehe dem Terrornetzwerk Al Qaeda nahe, berichtete am Freitag die «New York Times».

Die Kommandozentrale der Organisation Fatah al Islam befindet sich demnach in dem Flüchtlingslager Nahr al Bared nördlich der Küstenstadt Tripoli. Dort trainiert Abssi nach eigenen Angaben zurzeit etwa 80 Kämpfer für den Heiligen Krieg. Geheimdienste gehen davon aus, dass er insgesamt ungefähr 150 militante Anhänger hat, zudem soll er über reichlich Sprengstoff und Raketen verfügen.

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Erst vor vier Monaten hatte sich der radikale Moslem aus Syrien in den Libanon abgesetzt. Mit den Strategien des internationalen Terrorismus ist der 51-Jährige seit längerem vertraut. Abssi arbeitete früher mit dem berüchtigten Al-Qaeda-Führer Abu Mussab al Zarqawi zusammen, der im vergangenen Sommer im Irak getötet wurde. Wegen Mordes an dem US-Diplomaten Laurence Foley wurde er in Jordanien in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

«USA müssen bestraft werden»

In einem kürzlichen Interview mit der «New York Times» erklärte Abssi, dass die USA für ihre Präsenz in der islamischen Welt bestraft werden müssten. «Nur mit Gewalt können wir unsere Rechte durchsetzen», wurde er zitiert. Er habe keine Angst davor, als «Terrorist» bezeichnet zu werden.

Geheimdienst-Experten, die vor einem Wiedererstarken von Al Qaeda gewarnt haben, sehen sich bestätigt. Das von Osama bin Laden gegründete Terrornetzwerk habe sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zunächst aufgesplittert und später als Allianz kleiner, selbstständiger Gruppen neu formiert, hieß es.

Chalid Scheich Mohammed, der vermutlich unter US-Folter die Planung von 9/11 und anderer Anschläge gestanden hat, gehört demnach zur ersten Generation von Al Qaeda. Männer wie Abssi prägen dagegen die neuen Strukturen des Terrors. Im Libanon finde er genügend gewaltbereite Anhänger, die durch den Kampf gegen Israel empfänglich für die weltweiten Ziele des Islamismus geworden seien.

Etwa 50 Mitglieder von Fatah al Islam aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern sollen bereits im Irak auf Seiten der Extremisten gekämpft haben. Um weitere Anhänger zu werben, setzt Abssi nun auf gezielte Kommunikation. Sein Berater ist ein ehemaliger Journalistik-Student, der nun ein Nachrichtenmagazin gründen soll.

Abssi in Flüchtlingscamp vor Zugriff sicher

Der Terrorist nutze die politische Lage im Libanon für sich aus, meinen Beobachter. Schwierigkeiten mit der Regierung in Beirut habe er nicht zu erwarten.

Der Chef der für die innere Sicherheit zuständigen Sicherheitskräfte, Generalmajor Achraf Rifi, sagte der Zeitung, die Regierung sei ohne Genehmigung der übrigen arabischen Länder nicht befugt, in ein palästinensisches Lager einzudringen - obwohl Abssi bereits im Libanon, in Jordanien und Syrien unter Terrorverdacht gesucht werde.

Laut einem Sprecher des libanesischen Informationsministeriums entzog sich Abssi im vergangenen November durch Flucht aus Syrien einer Verhaftung. Im Januar nahm auch Jordanien wieder die Spur des Islamisten auf. Abssi wurde beschuldigt, Kämpfer in das Land geschickt zu haben. Bei einem Gefecht mit der Polizei nahe der nordjordanischen Stadt Irbid wurde einer der Verdächtigen getötet.

Die Aussichten, dass Abssi selbst dem Militär in die Hände fällt, werden indes als sehr gering bewertet. «Ich kann an viele Orten Menschen festnehmen - allerdings nicht ihn», meint ein Vertreter der Sicherheitskräfte in einem der Länder, in dem nach dem Palästinenser gefahndet wird. (nz)

 
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