15.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Chalid Scheich Mohammed hat die Planung der Terroranschläge vom 11. September gestanden. Zudem nannte er 30 weitere Attentatsziele, die er vorbereitet habe - unter anderem Big Ben und Heathrow Airport in London.
«Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen vom 11. September von A bis Z», sagt Chalid Scheich Mohammed. Vor vier Jahren kam er in Haft und sagte nun bei einer Anhörung in Guantánamo Bay auf Kuba aus.
Der Pentagon gab das zensierte Protokoll am Mittwochabend frei. Besonders brisant: Mohammed gibt darin nicht nur zu, für 9/11 verantwortlich gewesen zu sein, sondern er nennt auch 30 weitere Anschlagspläne. Ziele waren unter anderem der Liberty Tower in Los Angeles, der Sears Tower in Chicago, die Plaza Bank in Washington State, das Empire State Building in New York, Big Ben und Heathrow Airport in London.
Der Inhaftierte, der bis zu seiner Festnahme im Jahr 2003 als Nummer drei des Terrornetzwerkes Al Qaeda galt, gab auch die Planung für den Anschlag auf das World Trade Center aus dem Jahr 1993 zu.
Vor einer US-Militärkommission in Guantánamo werden derzeit 14 als besonders gefährlich eingestufte Gefangene angehört. Sie wurden im September vergangenen Jahres aus geheimen CIA-Gefängnissen im Ausland in das Militärgefängnis gebracht. Die 14 Gefangenen sollen nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.
Binalshibh verweigert Zusammenarbeit Im Gegensatz zu Mohammed hat Ramsi Binalshibh, der nach Überzeugung der USA ebenfalls zu den Mitverschwörern der Anschläge vom 11. September gehört, jede Zusammenarbeit mit der Militärkommission verweigert.
In einer längeren mündlichen Aussage hat Mohammed nach Angaben des Pentagons ebenfalls die Verantwortung für das 2001 fehlgeschlagene Schuhbomben-Attentat auf ein Flugzeug der Fluggesellschaft American Airlines übernommen. Er sei außerdem an einem Attentatsversuch auf Papst Johannes Paul II. während dessen Besuchs auf den Philippinen beteiligt gewesen.
Mohammed schwor vor der Militärkommission den Angaben zufolge einen Treueeid auf Terrorchef Osama bin Laden. «Ich mag es nicht, Leute umzubringen. Es tut mir Leid, dass am 11. September Kinder getötet wurden», sagte der Häftling in gebrochenem Englisch. Deren Tod sei aber Teil der «Sprache des Krieges».
FoltervorwürfeNach Darstellung von Mohammed hatte Al Qaeda nach den Terroranschlägen vom 11. September eine zweite Welle von Angriffen auf den Library Tower in Los Angeles, den Sears Tower in Chicago, die Plaza Bank in Seattle und das Empire State Building in New York geplant.
Mohammed wirft in dem Protokoll dem US-Geheimdienst Folter vor. Zwar wurde er vor der Kommission gefragt, ob er irgendeine seiner Aussagen wegen Folter gemacht habe oder jetzt mache. Doch Teile der Antwort wurden in dem Protokoll geschwärzt. Später sagt Mohammed, dass er seine Einlassungen vor dem Tribunal nicht wegen Druck oder Bedrohungen mache. (nz/dpa)