Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Extremisten drohen Deutschland mit Terror

11. Mrz 2007 09:54, ergänzt 17:00
Bundeswehrsoldat in Afghanistan
Bild vergrößern
Eine islamistische Gruppe hat Deutschland und Österreich vor gezielten Terroranschlägen gewarnt. In einem Video werden beide Länder aufgefordert, ihre Soldaten aus Afghanistan abzuberufen.

Nach der Video-Drohung einer islamistischen Gruppe namens «Stimme des Kalifat Kanals» gegen Deutschland und Österreich hat das Verteidigungsministerium in Wien die Sicherheitsvorkehrungen für seine in Afghanistan stationierten Truppen erhöht.

Mehr in der Netzeitung:
Die derzeit in Kabul eingesetzten vier Stabsoffiziere seien angewiesen worden, ihren Bereich bei der internationalen Friedenstruppe Isaf nicht zu verlassen, erklärte ein Ministeriumssprecher in Wien am Samstagabend laut der der österreichischen Nachrichtenagentur APA in Wien.

In der am Samstag auf islamistischen Internetseiten verbreiteten Botschaft wurden Österreich und Deutschland aufgefordert, ihre Soldaten aus Afghanistan zurückzubeordern. Andernfalls würden Terrorakte in den beiden Ländern und gegen ihre Truppen in Afghanistan verübt.

«Deutschland ist weiteren Drohungen und Gefahren ausgesetzt, wenn es seine Truppen nicht aus Afghanistan abzieht», sagte der anonyme Sprecher der Gruppe, die dem Umfeld des Terrornetzwerks Al Qaeda zugerechnet wird. Warum solle Deutschland seine wirtschaftlichen Interessen «für das Wohl von Bush und seiner Bande» aufs Spiel setzen, hieß es auf Arabisch. «Ist es nicht dumm, die Mudschaheddin zu ermutigen, Anschläge in eurem Land zu verüben?»

Auch Österreich, das seit 2002 in Afghanistan vertreten ist, wurden Terrorakte angedroht. «Österreich war immer eines der sichersten Länder in Europa, das im Sommer und Winter stark vom Tourismus abhängig ist», sagte der Sprecher. Mit dieser Sicherheit könne es aber bald vorbei sein.

Gedroht wurde zudem damit, dass die angekündigte Frühjahrsoffensive der Taliban «die gesamte Welt noch vor ihrem Beginn in Schrecken versetzen» werde. Die Band nahm auch Bezug auf die im vergangenen Herbst verbreiteten Fotos deutscher Soldaten, die mit Totenschädeln posiert hatten.

Regierungen überprüfen Drohungen

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte, die Botschaft werde von Experten geprüft. Eine Bewertung liege bislang nicht vor. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Das österreichische Innenministerium sprach von einer sehr «abstrakten» Bedrohung, wie es sie «leider öfter» im Internet gebe. Die Videobotschaft sei den Behörden seit Freitagabend bekannt. Laut einem Sprecher des Innenministeriums in Wien wird allerdings keine Veranlassung zu unmittelbaren Maßnahmen gesehen.

Am Samstag war bereits ein Videofilm einer anderen Gruppe namens «Pfeile der Rechtschaffenheit» verbreitet worden, in dem die Ermordung von zwei im Irak entführten Deutschen - einer Frau und ihres 20-jährigen Sohnes - angedroht wird.

Ägyptischer Islamist fordert Freiheit für Geiseln

Für die Freilassung der Geiseln setzte sich auch der ägyptische Islamist Abu Omar el Masri ein. «Ich bitte sie im Namen Allahs, die Gefangenen auf freien Fuß zu setzen», sagte er am Sonntag in Kairo. Die Verschleppten dürften keinesfalls getötet werden.

Der islamische Geistliche war nach Ermittlungen der italienischen Justiz 2003 von CIA-Agenten in Mailand gekidnappt und über den US-Flughafen Ramstein in Deutschland nach Ägypten gebracht worden. Dort wurde er schwer misshandelt. Mitte Februar wurde Masri aus der Haft entlassen und will nun in Italien vor der Justiz aussagen. (dpa/AP)

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.