05. Mrz 2007 14:25
Seit fast fünf Jahren wird ein sudanesischer Kameramann unter Terrorverdacht auf Guantánamo festgehalten. Sein Arbeitgeber Al Dschasira sieht dies als Schikane gegen den Sender.
Denn der 38-jährige Mitarbeiter des arabischen Fernsehsenders Al Dschasira ist seit Jahren einer der rund 390 Häftlinge in Guantanamo. Im Dezember 2001 wurde Hadsch an der pakistanisch-afghanischen Grenze festgenommen und sechs Monate später nach Kuba gebracht. Unter den Häftlingen, denen Verbindungen zu Al Qaeda und den Taliban vorgeworfen werden, ist der Sudanese vermutlich der einzige Journalist eines großen internationalen Medienunternehmens. Angeklagt ist er bis heute nicht. Dass er in Guantanamo festgehalten wird, räumten die US-Streitkräfte erst im vergangenen April öffentlich ein, als sie auf Aufforderung der Nachrichtenagentur AP eine Liste der Häftlinge veröffentlichen mussten.
Bei einer Anhörung im August 2005 lehnte Hadsch es auf Anraten seines Anwalts ab, auf Fragen zu antworten. Den Vorwurf, er habe Verbindungen zu Terroristen, wies er jedoch zurück. «Bei allem Respekt: Es ist ein Fehler gemacht worden. Ich war niemals Mitglied einer terroristischen Vereinigung», erklärte er laut einem inzwischen veröffentlichten Protokoll. «Ich kann ohne Zögern sagen, dass ich keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten bin.»
Der Vorwurf gegen Hadsch: Er soll sich in den 90er Jahren mit einem ranghohen Vertrauten von Al-Qaeda-Chef Osama bin Laden getroffen und mehrfach als Geldkurier für ein Getränke-Unternehmen gearbeitet haben, das islamische Extremisten unterstützte. Seinem Anwalt zufolge brachte Hadsch im Auftrag seiner Firma ein einziges Mal eine große Summe Bargeld nach Aserbaidschan - die er sogar beim Zoll anmeldete. Seit 2000 arbeitet er für Al Dschasira und sollte Ende 2001 mit einem Fernsehteam nach Afghanistan reisen. Die Gruppe wurde von der pakistanischen Polizei aufgehalten, Hadsch wurde als einziger festgenommen.