03. Jan 2007 07:32
Die amerikanische Bundespolizei FBI hat neue Dokumente über Misshandlungen von Häftlingen in Guantánamo freigegeben. Mitarbeiter der Behörde wurden demnach Zeugen aggressiver Misshandlungen.
Mehrfach hätten FBI-Mitarbeiter gesehen, «wie Gefangene an Händen und Füßen gefesselt in Embryonalstellung am Boden der Verhörräume über 18, 24 oder mehr Stunden ohne Nahrung oder Wasser» gelegen hätten. Vielfach lagen den Schilderungen zufolge die hilflosen Häftlinge dabei im eigenen Urin und Kot. Andere Gefangene seien bei heruntergeregelter Klimaanlage «zitternd vor Kälte» oder in ungelüfteten, brütend heißen Räumen eingesperrt gewesen. In einem Fall hätten die Peiniger den «Kopf eines vollbärtigen Häftlings mit Klebeband umwickelt», einen weiteren habe man in eine israelische Flagge gehüllt.
Für die Dokumente hatten Experten alle 493 FBI- Mitarbeiter befragt, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in dem Gefangenenlager waren. Die Untersuchung, die am Dienstag der Amerikanischen Union für Bürgerrechte (ACLU) übergeben wurde, habe auch ergeben, dass kein FBI-Mitarbeiter an Misshandlungen oder fragwürdigen Verhörmethoden beteiligt gewesen sei, heißt es in dem Bericht.
Zum Teil waren die dokumentierten Fälle schon bekannt. Die relevanten Unterlagen hat die Bürgerrechtsunion für ihren Rechtsstreit im Interesse der Misshandelten angefordert. ACLU hat wegen der Vorfälle in Guantanamo den früheren US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verklagt. (nz)