Bush will US-Militär vergrößern
20.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Hohe Generäle und Politiker hatten zuletzt Bedenken gegen eine weitere Truppenverlegung in den Irak geltend gemacht. Eine verstärkte Militärpräsenz bleibe weitgehend ineffektiv, wenn Bush sie nicht von neuen politischen und wirtschaftlichen Schritten flankiere, warnten sie.
Auf die Frage, ob der Krieg im Irak zu gewinnen sei, reagierte Bush ausweichend und zitierte dabei Generalstabschef John Pace: «Wir siegen nicht, und wir verlieren nicht.» Bislang hatte Bush stets von einem Sieg der USA im Irak gesprochen. In dem Krieg starben seit März 2003 fast 3000 amerikanische Soldaten.
Der demokratische Senator Edward Kennedy sprach sich gegen jede weitere Truppenverlegungen in den Irak aus. «Anstatt die Dinge besser zu machen, wird der Plan des Präsidenten, mehr Soldaten in den Irak zu schicken, die Sache dort nur noch schlimmer machen, so wie es auch viele Generäle sehen», sagte er. Vielmehr müsse es eine politische Lösung geben.
Der frühere Außenminister Colin Powell und der Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General John Abizaid, stimmten darin überein, dass neue Truppen diesen Prozess nur verzögern würden, sagte Kennedy und fügte hinzu: «Derzeit sind wir eine Krücke für die Iraker, und unsere Soldaten bezahlen den Preis dafür.» (nz)

