netzeitung.deBush will US-Militär vergrößern

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US-Armee, hier in Afghanistan (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Armee, hier in Afghanistan
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

US-Präsident Bush sieht die US-Armee im Kampf gegen Terror als zu schwach an. Verteidigungsminister Gates soll nun Abhilfe schaffen. Für besonders prekär hält Bush die Situation im Irak.

US-Präsident George W. Bush will die Streitkräfte verstärken. Dabei geht es ihm nicht nur um den Krieg im Irak, sondern um den weltweiten Kampf gegen islamische Extremisten, wie er am Dienstag in einem Interview der «Washington Post» sagte. Er habe seinen neuen Verteidigungsminister Robert Gates aufgefordert, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten. Wie viele Soldaten er wolle, sagte Bush nicht. Er stimme jedoch mit Regierungsbeamten in der Einschätzung überein, dass die Streitkräfte derzeit zu wenig Personal hätten, um gegen Terrorismus zu kämpfen.

Bush sieht die USA in einen «ideologischen Krieg» verwickelt. Der werde «noch eine Weile dauern, und wir werden Streitkräfte brauchen, die in der Lage sind, unsere Bemühungen zu unterstützen und die uns dabei helfen, einen Frieden zu erreichen». Konkret sprach sich Bush für Verstärkungen der Bodentruppen - Heer und Marineinfanterie - aus.

Hohe Generäle und Politiker hatten zuletzt Bedenken gegen eine weitere Truppenverlegung in den Irak geltend gemacht. Eine verstärkte Militärpräsenz bleibe weitgehend ineffektiv, wenn Bush sie nicht von neuen politischen und wirtschaftlichen Schritten flankiere, warnten sie.

Auf die Frage, ob der Krieg im Irak zu gewinnen sei, reagierte Bush ausweichend und zitierte dabei Generalstabschef John Pace: «Wir siegen nicht, und wir verlieren nicht.» Bislang hatte Bush stets von einem Sieg der USA im Irak gesprochen. In dem Krieg starben seit März 2003 fast 3000 amerikanische Soldaten.

Gegen neue Truppen
Die parteiübergreifend besetzte so genannte Baker-Kommission des US-Kongresses hatte vor kurzem dagegen unter anderem eine stärkere Übertragung der Verantwortung für die Sicherheit auf die irakischen Truppen und den Abzug der US-Kampftruppen bis zum Frühjahr 2008 empfohlen.

Der demokratische Senator Edward Kennedy sprach sich gegen jede weitere Truppenverlegungen in den Irak aus. «Anstatt die Dinge besser zu machen, wird der Plan des Präsidenten, mehr Soldaten in den Irak zu schicken, die Sache dort nur noch schlimmer machen, so wie es auch viele Generäle sehen», sagte er. Vielmehr müsse es eine politische Lösung geben.

Der frühere Außenminister Colin Powell und der Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General John Abizaid, stimmten darin überein, dass neue Truppen diesen Prozess nur verzögern würden, sagte Kennedy und fügte hinzu: «Derzeit sind wir eine Krücke für die Iraker, und unsere Soldaten bezahlen den Preis dafür.» (nz)