18.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
CIA-Zentrale
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
US-Spezialeinheiten sollten den Kampf gegen Terror effektiver machen. Das Gegenteil ist passiert: Kompetenzstreitigkeiten mit der CIA, die Verbreitung geheimer Daten, Schießereien - und kein wichtiger Terrorist wurde verhaftet.
Im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus schufen die USA zahlreiche militärische Spezialeinheiten für geheime Spionage-Missionen. Diese sollen Terroristen im Ausland aufspüren, gefangen nehmen oder töten. Doch die Bilanz dieser Einheiten ist laut einem Bericht der «Los Angeles Times» vom Montag verheerend: Es gibt Kompetenzstreitigkeiten mit der CIA, Operationen in streng US-treuen Ländern und die Offenlegung sensibler Nachrichtendienst-Informationen in Ostafrika. Nicht ein einflussreicher Terrorist wurde seitdem von ihnen gefasst.
CIA und Pentagon fordern daher strengere Regelungen für Militäreinheiten, die mit Spionage befasst sind, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstkreise. Ihnen zufolge wurden einige Operationen ausgeführt, ohne die CIA zu informieren die gleichwohl genau denselben Plan hatte oder deren Operation durch die andere behindert wurde.
Der von Montag an amtierende neue Verteidigungsminister Robert Gates, so wird erwartet, wird das im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 von seinem Vorgänger Donald Rumsfeld ins Leben gerufene Programm zur Schaffung der Spezialeinheiten genau überprüfen.
Rumsfelds Misstrauen in die CIANach außen hin verteidigten CIA- und Pentagon-Mitarbeiter das Programm zwar. Zugleich wiesen sie aber darauf hin, dass das Risiko für die Vereinigten Staaten wächst, je mehr sie sich bei ihren Spionageaktivitäten auf Spezialtruppen und andere Militäreinheiten verließen. Ein hochrangiger CIA-Mitarbeiter wird von der «Los Angeles Times» mit den Worten zitiert, das Programm habe «unerhörte Fehler», betonte aber, diese «Koordinierungsprobleme» würden immer seltener.
Traditionell sind Spionage-Missionen der USA Aufgabe der CIA. Weil Rumsfeld dieser so die Zeitung jedoch misstraut habe, weitete er die Zuständigkeiten des Militärs bei der Spionage aus. Heimlich wurden danach an die US-amerikanischen Botschaften Spezialtruppen, so genannte «military liaison elements» (MLEs), einbestellt. Diese arbeiten meist in Zivil und übernehmen so ziemlich die gleichen Aufgaben wie CIA-Mitarbeiter.
Interessen gefährdetTerrorismus-Experte John Brennan warnte in der «Los Angeles Times» nicht nur vor den hohen Kosten von Abstimmungsproblemen zwischen den beiden Gruppen. «Sie können Menschenleben kosten, sensible Programme gefährden und unsere Interessen im Ausland gefährden», so der frühere Chef des «National Counterterrorism Centers», das dem Direktor für die nationalen Geheimdienste untersteht. (nz)