18.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Guantánamo
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
18 Männer sind aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo entlassen worden - doch knapp 400 sitzen dort weiter ein.
Die USA haben am Wochenende 18 Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantánamo entlassen. Wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte, wurden sieben Gefangene nach Afghanistan, sechs nach Jemen, drei nach Kasachstan sowie jeweils ein Insasse nach Libyen und Bangladesch überstellt.
Die sechs Jemeniten trafen laut der Nachrichtenagentur Saba bereits in ihrer Heimat ein. Ob den Männern nun im Jemen der Prozess gemacht wird, war zunächst unklar. Nach Angaben des Innenministeriums in Sanaa verhandeln die jemenitischen Behörden mit der US-Regierung über die mögliche Freilassung weiterer jemenitischer Häftlinge aus Guantánamo.
In dem Lager sitzen nach Angaben des US-Militärs noch etwa 395 als «feindliche Kombattanten» eingeschätzte Terrorverdächtige ein. Auf dem US-Stützpunkt auf Kuba werden Männer festgehalten, die der Terrororganisation Al Qaeda und den afghanischen Taliban angehören sollen. Einige sitzen seit Ende 2001 fest, ohne dass ihnen bisher der Prozess gemacht wurde. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Schließung des Lagers gefordert. (nz)