In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion heißt es nach Angaben der Zeitung hingegen, es lägen keine Informationen zu einer Beteiligung von Eucom vor. Von der Übergabe durch bosnische Behörden an amerikanische Dienststellen habe die Bundeswehr unmittelbar erfahren, zitiert das Blatt Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU).Nach ersten Medienberichten über eine Eucom-Beteiligung an Verschleppungen nach Guantánamo hatte die Bundesregierung auf die Zuständigkeit amerikanischer Behörden verwiesen. Das Gefangenenlager sei eine Einrichtung der US-Regierung, über einzelne Tätigkeiten könne die Bundesregierung «naturgemäß» keine Auskunft geben.
Nach früheren Berichten waren die sechs algerischen Häftlingen zunächst von Tuzla in Bosnien nach Incirlik in der Türkei gebracht worden. Von dort aus seien sie zusammen mit 28 Gefangenen aus Afghanistan nach Kuba geflogen worden.
Eucom ist die Kommandozentrale für alle US-Streitkräfte in Europa und Nordafrika. Sie gilt als wichtiger Knotenpunkt im amerikanischen Anti-Terror-Kampf. (nz)