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Al Qaeda wird im Netz zur Marke des Terrors

04. Dez 2006 13:56
Al Qaeda nahestehende Website
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Deutsche Geheimdienstler warnen vor Islamisten, die vor allem das Internet für Veröffentlichungen nutzen. Ihre Terror-Botschaften werde zunehmend professionell gestaltet - und so auf ihre Zielgruppen zugeschnitten.

Islamistische Terroristen setzen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes verstärkt auf eigene Internet-Präsenz zur Veröffentlichung ihrer Botschaften. Sven Eiffler, ein Experte des Bundesamts, verglich am Montag in Berlin bei einer Veranstaltung seiner Behörde die Bedürfnisse einer terroristischen Organisation mit der eines Wirtschaftsunternehmens - insbesondere, was die Heterogenität der Zielgruppen angehe.

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  • Die Konzentration auf Internet- Videobotschaften statt auf die Nutzung arabischer Fernsehsender vereinfache die Veröffentlichung für verdeckt arbeitende Netzwerke erheblich, sagte Eiffler. Es müsse nur die «Enter»-Taste gedrückt werden, anstatt einen Boten über weite Entfernung zum Sender zu schicken - unter Gefahr der Entdeckung. Außerdem bestehe bei Direktveröffentlichung nicht mehr die Möglichkeit, dass der Fernsehsender die Botschaft manipulieren könne.

    Neben Websites in arabischer und englischer Sprache seien inzwischen auch deutsche Seiten verfügbar. Dabei entwickele sich die Al Qaeda immer mehr als Marke oder Dachorganisation, die letztlich vornehmlich für die Inspiration lokaler Strukturen, der so genannten «home grown networks», zuständig sei. Sie biete einen «handlungsleitenden ideologischen Überbau» an, urteilte Eiffler. Mit der zunehmenden Einengung der Handlungsmöglichkeiten durch internationale Geheimdienste gehe eine Ausweitung des personellen Potenzials einher.

    Das führt Eiffler nicht allein auf die größere Popularität des Internets, sondern auch auf die zunehmende Professionalität zurück, mit der die Botschaften gestaltet seien. Dabei werde durchaus Rücksicht auf unterschiedliche Voraussetzungen in den Zielgruppen genommen - einerseits junge Männer in arabischen Ländern, andererseits Menschen, die im Westen geboren seien, die Assimilationsschritte ihrer Eltern aber vielfach als übertrieben ansähen und sich in ihrer «wiedergeborenen» islamischen Identität unterdrückt fühlten, sagte der Experte. (nz)

     
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