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Lupe Polizei-Gewerkschaft rügt Airport-Sicherheit

Die Gewerkschaft der Polizei sieht auf deutschen Flughäfen erhebliche Sicherheitsmängel. Lohndumping habe dazu geführt, dass die Qualität des Personals abgenommen habe.

Nachdem Pläne für einen Terroranschlag auf ein Verkehrsflugzeug in Deutschland bekannt geworden sind, hat die Gewerkschaft der Polizei vor den Folgen mangelhafter Sicherheitskontrollen auf deutschen Flughäfen gewarnt.

Gewerkschaftschef Konrad Freiberg sagte der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse», dass die Luftsicherheit «der zentrale Angriffspunkt für Terroristen» sei. Es gebe leider Sicherheitslücken, angefangen bei den Kontrollen durch private Sicherheitsdienste am Frankfurter Flughafen.

Laut Presseberichten wollte eine Gruppe von Islamisten auf dem Flughafen Frankfurt am Main einen Bombenkoffer in einer Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al platzieren.

«Von Sicherheit kann man da eigentlich guten Gewissens nicht reden«, sagte Freiberg mit Blick auf die Lage an den Flughäfen. »Bei Tests durch die Bundespolizei gab es Fehlerquoten von 30 bis 50 Prozent und das seit Jahren.»

Privatisierungen rückgängig machen
Nach Ansicht des Gewerkschaftschefs ist es verantwortungslos, dass diese Aufgaben des Staates privatisiert worden seien. «Die Privatisierung hat zu Lohndumping geführt«, kritisierte er. »Die Qualität des Personals nimmt ab.» Freiberg forderte, die Privatisierungen rückgängig zu machen.

Generalbundesanwältin Monika Harms leitete am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen sechs Beschuldigte wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie deren Unterstützung eingeleitet.

Die Verdächtigen waren am Freitag vorläufig festgenommen, aber am Samstag - bis auf einen wegen einer anderen Tat in Haft sitzenden Beschuldigten - wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Nach den offiziellen Angaben der Karlsruher Ermittler vom Montag hatten mehrere Verdächtige bereits eine Person mit Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens dazu überredet, gegen Geld einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in eine Verkehrsmaschine zu schmuggeln. Allerdings seien sich die Beteiligten nicht über die Höhe des Terrorlohns einig geworden.

Mittelsmann soll für Fraport gearbeitet haben
Nach Informationen der Zeitung «Die Welt» soll der Mittelsmann ein Mitarbeiter der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport gewesen sein. Nach Angaben des Berliner «Tagesspiegel» kommt die Mehrheit der Verdächtigen aus Jordanien. Es soll sich um Männer palästinensischer Herkunft handeln. Auch die anderen Beschuldigten stammten aus arabischen Ländern.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte lediglich, dass es sich um Ausländer mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz und Hessen handelt. Dort wurden auf Anordnung des Bundesgerichtshofs neun Wohnungen durchsucht. (nz)