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Deutsche Marine eskortierte US-Kriegsschiffe

09. Nov 2006 14:46
Deutsche Fregatte 'Mecklenburg-Vorpommern' gab US-Kriegschiffen Geleitschutz
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Die Bundesregierung hat eingestanden, dass die Bundeswehr indirekt in den Irak-Krieg verwickelt war. Die Deutsche Marine eskortierte nach Kriegsbeginn Schiffe von Amerikanern und Briten - mehrmals.

Die Deutsche Marine hat vor und während des Angriffs auf den Irak mehrfach amerikanischen und britischen Kriegsschiffen Geleitschutz gegeben. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin von der Linksfraktion verbreiteten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Einsatz der Bundeswehr im US-geführten Anti-Terrorkampf «Operation Enduring Freedom» (OEF) hervor.

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Das Verteidigungsministerium räumte demnach ein, dass die deutsche Fregatte «Mecklenburg-Vorpommern» im Rahmen von OEF im Jahr 2002 zwölf Mal Kriegsschiffe und 14 Mal Hilfsschiffe des britischen und des US-Militärs durch die Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden eskortierte. In den sechs Wochen vor Beginn des Krieges am 20. März 2003 waren es demnach sieben Eskorten von Hilfsschiffen sowie zwei von Kriegsschiffen. In den ersten zwei Wochen nach Kriegsbeginn habe die Deutsche Marine sechs Mal US-Hilfsschiffe sowie drei Kriegsschiffe durch das Seegebiet Bab el Mandeb am Golf von Aden geleitet.

300 Soldaten im Einsatz

Ende April 2003 hatte US-Präsident George W. Bush das Ende des Krieges verkündet. Seither eskortierte die Bundeswehr den Angaben zufolge bis Mai 2006 noch zwei Mal Hilfsschiffe und elf Mal Kriegsschiffe der Briten und Amerikaner. Ein Hauptauftrag der Deutschen Marine für OEF ist, verdächtige Schiffe am Horn von Afrika zu überprüfen, um mögliche Waffenlieferungen zu verhindern. Derzeit sind dort rund 300 Soldaten im Einsatz.

Die Linkspartei sprach von einer Unterstützung des Irak-Kriegs und der Aufrechterhaltung der militärischen Besatzung des Landes durch die Bundeswehr: «Diese Form der Unterstützung von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen war und ist durch kein Bundestagsmandat gedeckt», sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Paul Schäfer. «Vor dem Hintergrund dieser neuen Erkenntnisse muss die Bundesregierung den Bundeswehreinsatz am Horn von Afrika sofort beenden», forderte er. Alles andere liefe auf «die weitere Hilfe für das Besatzungsregime im Irak und damit auf mehr Gewalt und Chaos hinaus».

Wird «Enduring Freedom» verlängert?

Im Namen der Bundesregierung teilte das Verteidigungsministerium in der schriftlichen Antwort mit, bei den Geleitschutzoperationen seien Marine- und Transportschiffe von Staaten eskortiert worden, die sich am Irak-Krieg, der «Operation Iraqi Freedom» (OIF), beteiligt hätten. «Erkenntnisse über einen möglichen Einsatz der eskortierten Schiffe im Rahmen von OIF liegen nicht vor.»

Als «Operation Iraqi Freedom» bezeichnete die US-Regierung ihren Feldzug gegen den Irak. Der Auftrag des deutschen Einsatzverbandes dagegen findet im Rahmen der Mission «Enduring Freedom» statt: Er soll die Seeraumüberwachung und den Schutz der Seeverbindungslinien in den Gebieten um das Horn von Afrika sicherstellen. Darüber hinaus sollen Handel und Transport von Gütern unterbunden werden, die der Unterstützung des internationalen Terrorismus dienen können. Gemeint sind damit Drogen ebenso wie Waffen und Munition.

Der Bundestag stimmt an diesem Freitag über die Verlängerung der Beteiligung der Bundeswehr an «Enduring Freedom» ab. Neben der Linksfraktion sind auch die Grünen gegen die Mandatsverlängerung für diesen internationalen Einsatz. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD sowie die FDP wollen den Einsatz hingegen erneut um ein Jahr verlängern, weil sie die internationale Terrorgefahr nach den Anschlägen auf die USA 2001 noch nicht gebannt sehen. Die Obergrenze von 2800 Soldaten soll aber auf 1800 Mann gesenkt werden, weil bislang kaum mehr als einige hundert Soldaten im Einsatz waren. (nz)

 
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