Neues Video mit lachenden 9/11-Attentätern
01. Okt 2006 08:51, ergänzt 18:40
 |  Video mit al Jarrah und Atta | Foto: AP |
|
Drei Videos von Al Qaeda sind am Sonntag an die Öffentlichkeit gelangt: Auf einem sind zwei Attentäter des 11. September zu sehen, zwei weitere sind jedoch aktuell. Ermittler erhoffen sich daraus Aufschluss über das Terrornetzwerk.
In Großbritannien ist ein Video aufgetaucht, das neue Erkenntnisse über die Attentäter vom 11. September 2001 vermittelt. Zugleich äußerte sich Al-Qaeda-Vize al Sawahiri über «Bush, den Papst, Darfur und die Kreuzzüge». Im Irak wurden erstmals Aufnahmen des dortigen Al-Qaeda-Chefs al Masri gezeigt.
Mohammed Atta sei auf dem in Großbritannien aufgetauchten Video zum ersten Mal in einem afghanischen Terrorcamp zu sehen, berichtet die «Sunday Times», der die Aufnahme nach eigenen Angaben «über bewährte Kanäle» zugespielt wurde. Atta lese unter anderem ein Dokument vor, das auf Arabisch als Testament bezeichnet werde.
Von wem die Zeitung das einstündige Video ohne Ton erhielt, in dem auch Al-Qaeda-Führer Osama bin Laden im Januar 2000 vor Anhängern in der südafghanischen Stadt Kandahar auftritt, bleibt unklar. In der Menge ist auch der Chefplaner der 9/11-Anschläge, Ramzi Binalshibh, zu erkennen.Laut einem Zeitstempel in der Aufzeichnung stammt das Video vom 18. Januar 2000. Sie sei auch bei einer Passage mit Atta zu sehen, hieß es. Neben dem Extremisten sitzt ein weiterer Entführer, der am 11. September ein Passagierflugzeug in seine Gewalt brachte: Ziad al Jarrah.
Attas Worte nicht zu hören
Beide Männer lachten und scherzten, wie die «Sunday Times» beschreibt. Erst als Atta seinen «letzten Willen» vorgetragen habe, sei er ernst geworden. Hinter ihm habe ein AK 47-Gewehr an der Wand gelehnt. Versuche, Worte von Attas Lippen abzulesen, waren nach Angaben der Zeitung erfolglos. Dennoch heißt es, das Video könnte zur Klärung von Attas Verbleib nach dem Januar 2000 beitragen. Damals hatte Atta Hamburg verlassen.
Papst mit Kreuzzügler verglichen
Indes meldete sich mit scharfen Angriffen auf Papst Benedikt XVI. auch der stellvertretende Al-Qaeda-Führer Ajman al Sawahri zu Wort. Er bezeichnete den Papst als Scharlatan und verglich ihn mit seinem Vorgänger Urban II., der im 11. Jahrhundert den ersten Kreuzzug initiierte. Wann genau das Video entstand, war nicht klar. Al Sawahri griff in dem am Freitag veröffentlichten knapp 18-minütigen Video mit dem Titel «Bush, der Papst, Darfur und die Kreuzzüge» auch wieder US-Präsident George W. Bush an, den er als Versager und Lügner bezeichnet. Die UN-Resolution für eine Schutztruppe in der sudanesischen Konfliktregion Darfur nannte Al Sawahri einen Kreuzzugsplan. Er rief die Muslime dort auf, sich dem zu widersetzen. Das Video war nach Angaben der Organisation IntelCenter das 48. der Al Qaeda in diesem Jahr.
Erstmals Gesicht von al Masri zu sehen
 |  Video mit dem irakischen Al-Qaeda-Chef al Masri | Foto: AP |
|
Der neue Führer Al Qaedas im Irak, Abu Ajjub al Masri ist erstmals auf einem Video zu sehen gewesen. Dieses spielte der nationale Sicherheitsberater Muaffak al Rubaie in Bagdad der Presse vor. Die Bilder zeigen al Masri, wie er Anhängern den Bau einer Autobombe demonstriert. Sie seien 30 Kilometer südliche von Bagdad gefunden worden.Der Sicherheitsberater zeigte sich überzeugt, dass die Festnahme oder Tötung al Masris unmittelbar bervorstehe. Al Masri, der als Nachfolger des im Juni durch einen US-Luftschlag getöteten Jordaniers Abu Mussab al Zarqawi gilt, hat sich bisher nur in Audio-Botschaften oder auf Videos geäußert, auf denen sein gesicht nicht zu erkennen war. (nz)