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Muslime distanzieren sich von 9/11-Terror

11. Sep 2006 14:29
Beim Gedenken an der US-Botschaft in Südkorea
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Weltweit gedenken Menschen der Opfer der Terror-Anschläge vom 11. September 2001. In Deutschland sprachen sich Muslime zum fünften Jahrestag gegen Terror aus.

In Erinnerung an die Opfer der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 gedenken Menschen weltweit mit Schweigeminuten, Gedenkveranstaltungen und Gottesdiensten Menschen der Opfer.

In Helsinki ehrten beim Asien-Europa-Treffen Regierungsdelegationen der 38 Teilnehmerstaaten sowie die EU-Kommission mit einer Schweigeminute die Terroropfer. Bereits am Vorabend hatte US-Präsident George W. Bush im Ort der eingestürzten Zwillingstürme Kränze niedergelegt.

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  • In Deutschland sprachen sich Muslime und Zuwanderer gegen Terrorismus aus. In einer gemeinsamen Erklärung riefen 14 muslimische Verbände und Migrantenorganisationen in Köln zu Friedensgebeten auf. «Terror findet im Islam keine Rechtfertigung», hieß es in dem Papier. «Der Islam ist die Religion des Friedenmachens.» Muslime sollten die Öffentlichkeit über die Friedfertigkeit des Islam aufklären.

    Irak-Krieg Fehler

    Gleichzeitig riefen die Unterzeichner die Gesellschaft auf, «der insbesondere nach dem 11. September entstandenen Islamfeindlichkeit entschiedener entgegenzuwirken». Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Wolfgang Huber, oder Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatten vor einer Gleichsetzung von Islam und Gewalt gewarnt.

    Hintergrund:
    In der Trauer wurden auch unterschiedliche politische Auffassungen über die Lage im Kampf gegen den internationalen Terrorismus deutlich: Der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney verteidigte die Politik der USA und weigerte sich, den Irak und das Thema der terroristischen Bedrohung zu trennen. Der Krieg im Irak sei derzeit die wichtigste Front im Kampf gegen den Terrorismus, betonte der Vizepräsident.

    Ungewöhnlich deutliche Kritik kam dagegen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU): «Wir wissen jetzt, was die meisten schon vermutet haben, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang (des islamistischen Terrorismus) mit dem Irak nicht gegeben hat«, sagte er im Deutschlandradio Kultur Die Beseitigung des Diktators Saddam Hussein sei »auch eher richtig«, der Krieg dagegen »zweifelhaft«.

    Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, in den fünf Jahren nach den Anschlägen in New York und Washington sei die Bedrohung durch den Terrorismus gestiegen. «Man kann nicht sagen, dass man heute sicherer lebt», sagte Annan der Zeitung «Le Parisien».

    Der afghanische Präsident Hamid Karsai würdigte die Opfer der Anschläge im Namen seines Landes. «Wir verstehen, welchen enormen Verlust Sie an jenem Tag erlitten, weil wir auch lange unter dem Terrorismus gelitten haben.» Karsai dankte den USA für ihre Bemühungen beim Wiederaufbau Afghanistans. (nz)
     
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