11. Sep 2006 07:27, ergänzt 09:16
Gedenken in New York: An Ground Zero hat US-Präsident Bush für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in Andacht das Haupt gesenkt. Bush will am Montag alle drei Orte der Terrorakte besuchen.
Hand in Hand traten Bush und seine Frau auf dem Baustellengelände an ein quadratisches Becken und legten schweigend die Kränze in den Nationalfarben Rot, Weiß und Blau ins Wasser. Bush gelobte, «die Lehren dieses Tagens nie zu vergessen». Einige Dutzend Menschen protestierten gegen die US-Politik in Folge der Anschläge des Terrornetzwerks Al Qaeda. Er sei «schweren Herzens» in diesen Stunden, sagte der sichtlich bewegte Bush bei einem ungeplanten Treffen mit Feuerwehrleuten. Der Präsident zeigte sich auch beim Besuch einer Galerie, die Angehörige von Opfern nahe von Ground Zero einrichteten, anteilnehmend: Er wünsche sich, das Leid ungeschehen zu machen.
Anschließend wollte Bush an einem Gottesdienst im Gedenken an die knapp 3000 Todesopfer der Terrorattacken in New York, Shanksville (US-Bundesstaat Pennsylvania) und Washington teilnehmen. Nach einem Frühstück mit New Yorker Feuerwehrleuten wurde er wieder auf Ground Zero erwartet. Dort verlesen Witwen und Witwer sowie Lebenspartner die Namen der Toten.Um 08:46 Uhr Ortszeit (14:46 Uhr MESZ) werden viele Amerikaner auf Wunsch des Präsidenten eine Gedenkminute einlegen. Zu diesem Zeitpunkt rammten Terroristen mit einem Passagierflugzeug den Nordturm des World Trade Centers.
Um die Verbindungen des früheren irakischen Herrschers Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk Al Qaeda herrschen in diesem Tagen in der US-Führung unterschiedliche Auffassungen: Außenministerin Condoleezza Rice und Vizepräsident Dick Cheney betonten erneut, aus Geheimdienstberichten habe die US-Regierung gewusst, dass es vor dem Krieg im Irak seit etwa einem Jahrzehnt Verbindungen zu Al Qaeda gegeben habe, sagte die Außenministerin im US-Sender Fox.
Cheney erklärte im Sender NBC, der Extremistenführer Abu Mussab el Sarkawi habe sich bereits vor dem Einmarsch der US-Truppen im Irak aufgehalten. Diese Erkenntnis und der Bericht des US-Senats, wonach Ex-Diktator Saddam Hussein keine Verbindungen zum Al Qaeda-Netzwerk hatte, müssten auseinander gehalten werden. (nz)