Die Bush-Regierung ist weltweit wegen ihrer Behandlung von gefangenen Terrorverdächtigen in die Kritik geraten. Bereits im Juli hatte das Pentagon auf Druck der Öffentlichkeit hin die Anwendung der Konventionen, die einen gewissen Schutz für Gefangene zusichern, für das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo angeordnet. Jetzt wollen die USA nach einer Direktive des Verteidigungsministeriums alle Gefangenen nach den Genfer Konventionen sowie den US-Gesetzen behandeln. Darüber hinaus veröffentlichte das Pentagon mit einjähriger Verspätung ein neues Feldhandbuch. Danach sind Praktiken verboten, die beispielsweise beim Folter- und Missbrauchskandal im US- Militärgefängnis von Abu Ghreib bei Bagdad angewendet wurden. Ausdrücklich untersagt ist es den US-Sicherheitskräften laut Handbuch, Gefangene bei Verhören zu entblößen oder sexuell zu missbrauchen. Verboten sind außerdem Methoden wie Scheinexekutionen sowie Elektroschocks. (nz)