Elektronische Fußfessel im Anti-Terrorkampf gefordert:
Schünemann für Fußfessel im Anti-Terrorkampf
Der SPD-Politiker Ralf Stegner warnte dagegen vor Aktionismus: «Wir dürfen nicht in einen Wettbewerb um die härtesten Vorschläge eintreten.» Die Union müsse in der Diskussion über Anti-Terror-Maßnahmen mehr Zurückhaltung zeigen, sagte der schleswig-holsteinische Innenminister der «Bild am Sonntag».
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für einen Ausbau der Videoüberwachung aus. «Wir brauchen mehr Sicherheitsvorkehrungen im 21. Jahrhundert, und wir brauchen an erster Stelle mehr Staat», sagte sie am Samstag auf einem Parteitag der niedersächsischen CDU in Braunschweig.
Schünemann sprach sich in diesem Zusammenhang auch für eine vorbeugende Telefonüberwachung bei Terrorismusverdacht aus. Dazu sei es erforderlich, die Polizeigesetze zu ändern. Rasterfahndung und großer Lauschangriff seien weitere wirksame Instrumente im Kampf gegen den Terror, sagte er.
Am Montag kommen die Innenminister von Bund und Ländern in Berlin zusammen, um über neue Maßnahmen zur Terror-Abwehr zu beraten. Dabei wird es vor allem um die gemeinsame Anti-Terror-Datei aller Sicherheitsbehörden gehen, über die seit fünf Jahren gestritten wird.
Den Einwand, damit würden Freiheitsrechte eingeschränkt, wies er zurück. «Rechtsstaatlichkeit kann nicht bedeuten, dass der Staat sich dumm stellt, dass nicht alle Informationen zur Abwehr von Terrorgefahren genutzt werden.»
Auch CSU-Chef Edmund Stoiber plädierte für den raschen Aufbau «einer wirksamen Anti-Terror-Datei». Darüber werde bereits jahrelang diskutiert, sagte er. «Wir brauchen jetzt Ergebnisse.» (nz)

