Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Grüne kritisieren SPD-Vorstoß zu Terror-Datei

29. Aug 2006 07:10
Volker Beck
Bild vergrößern
Grünen-Innenexperte Beck hat Überlegungen der SPD für die Ausgestaltung der geplanten Anti-Terror-Datei scharf kritisiert. In der Netzeitung sprach er sich gegen das Vorhaben aus, auch «Intimes» zu speichern.

Im Streit über die geplante Anti-Terror-Datei haben die Grünen ein Kompromissangebot der SPD an die Union heftig kritisiert. «Muslimische Religionszugehörigkeit und Terrorismusverdacht gleichzusetzen, ist kriminalistisch wie gesellschaftspolitisch ein fataler Irrtum», sagte der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, der Netzeitung.

Mehr in der Netzeitung:
Beck reagierte damit auf Äußerungen des SPD-Innenexperten Dieter Wiefelspütz. Dieser hatte sich in der «Financial Times Deutschland» bereit erklärt, mehr Informationen über Terrorverdächtige zu speichern als von seiner Partei bislang vorgesehen. Im Einzelfall könne das auch «etwas sehr Intimes» sein, sagte Wiefelspütz dem Blatt. Als Beispiele dafür nannte er Religionszugehörigkeit und sexuelle Auffälligkeiten.

Grünen-Innenexperte Beck warf Wiefelpütz vor, einen Rechtsbruch zu riskieren. «Die Speicherung der Religionszugehörigkeit ist verfassungswidrig», sagte er unter Hinweis auf das Grundgesetz. In Artikel 140 hätten die Behörden wegen der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit «nur soweit das Recht, nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft zu fragen, als davon Rechte und Pflichten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert», erläuterte Beck und betonte: «Die Anti-Terror-Datei erfüllt diese Voraussetzungen nicht.»

Beck sieht überdies Klärungsbedarf bezüglich des Vorhabens von Wiefelspütz auch «Intimes» in die Anti-Terror-Datei aufzunehmen. «Was eine 'sexuelle Auffälligkeit' ist und wie sie den Terrorismusverdacht begründen kann, sollte Herr Wiefelspütz der interessierten Öffentlichkeit vielleicht etwas näher erläutern», forderte der Grünen-Politiker. «Für mich ist hier ein Zusammenhang mit der Inneren Sicherheit unseres Landes nicht einleuchtend.»

Wiefelspütz äußerte sich indessen in der FTD zuversichtlich, dass sich Bund und Länder schnell auf einen gemeinsamen Entwurf einigen werden. «Ich sehe da keine unüberwindbaren Probleme», sagte er. Das Gesetz werde im September kabinettsreif sein und Ende des Jahres in Kraft treten können.

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.