Kauder läuft Terror-Debatte zu «aggressiv»
Kauder unterstrich dagegen die Verpflichtung des Staates, alles zu tun, um seine Bürger zu schützen. «Wir müssen alles prüfen und diskutieren.»
Vor diesem Hintergrund verstärkten führende Unions-Politiker abermals den Druck auf die in Deutschland lebenden Muslime. «Auch für Muslime ist es eine Bürgerpflicht, Terror und Extremismus mit allen Mitteln zu bekämpfen», sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), der «Bild»-Zeitung.
Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach erneuerte seine Forderung, wonach deutsche Muslime bei der Abwehr terroristischer Gefahren in Deutschland stärker kooperieren müssten. «Sie dürfen nicht die Haltung einnehmen, es sei allein Sache des Staates, religiösen gewaltbereiten Fanatismus zu bekämpfen - oder wegschauen, wenn in ihrer Umgebung Hass gepredigt und zu Gewalt aufgerufen wird», sagte der Vize der CDU/CSU- Bundestagsfraktion der «Leipziger Volkszeitung».
Bosbach verwahrte sich zugelich gegen den Vorwurf, alle Muslime würden unter Terror-Generalverdacht gestellt. In Deutschland lebten etwa dreieinhalb Millionen Muslime. Niemand denke auch nur im Entferntesten daran, alle von ihnen zu verdächtigen. In Deutschland gebe es allerdings auch 32.000 Islamisten, von denen gut 3000 als gewaltbereit gelten. Bosbach: «Das ist ein erhebliches Gefährdungspotenzial für unser Land.» (nz)

