netzeitung.deHintergrund: Islamfaschismus

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Vor dem Hintergrund der vereitelten Anschläge in London sprach US-Präsident Bush vom Kampf gegen einen «islamischen Faschismus». Historiker sehen in dem Begriff eine fragwürdige Wortschöpfung.

US-Präsident George W. Bush spricht immer häufiger von «Islamfaschismus». Tatsächlich signalisiert diese für Historiker fragwürdige Wortschöpfung anschaulich die Herausforderung, vor der die freie Welt aus Sicht vieler Konservativer steht. Für sie sind die zum Dschihad (Heiligen Krieg) entschlossenen Islamisten die Todfeinde der Freiheit und der Moderne - wie einst die Nazis.

Ein «missbrauchter Islam» dient demnach extremistischen Gruppen als ideologische Basis, um im Namen Mohammeds und des Korans einen totalitären Anspruch auf Weltherrschaft zu realisieren. Dabei zeigten sie fanatische Intoleranz, Verachtung von Demokratie und Menschenrechten, Hass auf Homosexuelle und sexuelle Freizügigkeit, Ablehnung der Frauen-Emanzipation und insbesondere glühenden Antisemitismus wie einst Anhänger Hitlers oder Francos. Gleich den Nazis sind Islamisten bereit zu Massenmorden und zu äußerster Brutalität und Grausamkeit.

«Faschismus mit islamischen Gesicht»
«Islam-Faschisten» dient aber vor allem als politischer Kampfbegriff, denn Islamisten selbst definieren sich völlig anders als Europas nationalistisch und völkisch geprägte Faschisten. Dennoch sind die vielen Parallelen Grund genug für Politiker, Publizisten und Historiker, die untereinander keineswegs einigen islamistischen Terrororganisationen als Faschisten zu bezeichnen.

Die Attentäter vom 11. September 2001 repräsentierten den «Faschismus mit islamischen Gesicht», schrieb der US-Publizist Christopher Hitchens. «Dieser religiös verbrämte Neo-Faschismus» sei keinem Dialog zugänglich, meinte «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe. «Dieser Terror kann nicht beschwichtigt, sondern muss bekämpft werden.» (nz)