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SPD warnt vor «hektischer» Sicherheitsdebatte

10. Aug 2006 12:46
Bewaffneter Polizist
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Die geplanten Terroranschläge in London sind nach Ansicht des SPD-Innenexperten Wiefelspütz ein «überaus ernstzunehmender Vorgang». Davon sei «ganz Europa berührt», sagte er der Netzeitung.

Nach dem Terroralarm in London hat der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Dieter Wiefelspütz, vor überzogenen Reaktionen gewarnt. «Ich bin gegen eine hektische Sicherheitsdebatte», sagte Wiefelspütz der Netzeitung. «Solange die Tat in London noch nicht völlig aufgeklärt ist, sollten wir nicht über weitere Konsequenzen reden.»

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Wiefelspütz riet zudem, jetzt nicht «Panik» zu verfallen. Die deutschen Sicherheitsbehörden sollten sich vielmehr auf die Zusammenarbeit mit den britischen Kollegen konzentrieren. Deutschland sei zwar «Gefährdungsraum», aber in der Terrorismusbekämpfung «gut aufgestellt». Das «Menschenmögliche» sei getan, betonte er. «Ich kann keine Sicherheitslücken in Deutschland erkennen.»

Ungeachtet dessen bezeichnete Wiefelspütz die in London aufgedeckten Pläne für Terror- Anschläge auf Flugzeuge einen «überaus ernstzunehmenden Vorgang, der ganz Europa berührt». Der Flugverkehr sei «besonders verletztlich», sagte der SPD-Innenexperte. Das werde dazu führen, dass künftig in diesem Bereich «in ganz Europa» eine «erhöhte Wachsamkeit» gelten werde.

Dieter Wiefelspütz
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Vor diesem Hintergrund erwartet Wiefelspütz «zusätzliche Sicherheitsanstrengungen in den nächsten Tagen», die zu «diversen Unbequemlichkeiten» für Bürger in und um Flughäfen führen könnten. Angesichts der aktuellen Sicherheitslage sei das allerdings nicht zu vermeiden.

Die britische Polizei hatte zuvor von konkreten Hinweisen gesprochen, dass Flugzeuge auf dem Weg von Großbritannien in die USA über dem Atlantik in die Luft gesprengt werden sollten. Mit einer großangelegten Anti-Terror-Aktion seien die Anschläge verhindert worden. 18 Verdächtige wurden festgenommen. Nach ersten Ermittlungen wollten sie Sprengmaterial im Handgepäck an Bord schmuggeln.

Wegen der Terrorwarnung in Großbritannien strichen zahlreiche Fluggesellschaften in Europa ihre Flüge nach Großbritannien. Für die deutsche Lufthansa gelte die Regelung zunächst bis 14 Uhr, sagte eine Sprecherin. Auch Air France und die griechischen Olympic Airlines sagten ihre Verbindungen ab. Der Londoner Flughafen Heathrow bat alle europäischen Gesellschaften, Flüge mit dem Ziel Heathrow vorerst auszusetzen. Alle noch nicht gestarteten Maschinen sollten am Boden bleiben.

 
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