Anti-Terror-Razzia in London: MI5 befürchtete Zyanid-Anschlag: 

netzeitung.deGeheimdienst MI5 befürchtete Zyanid-Anschlag

 Herausgeber: netzeitung.de

Britische Fahnder im Einsatz in London (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Britische Fahnder im Einsatz in London
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit dem Anti-Terror-Einsatz in London hat die Polizei offenbar auf Warnungen des Geheimdienstes vor einem Giftanschlag reagiert. Premier Blair wurde durch MI5-Chefin Manningham-Buller über die Gefahrenlage informiert.

Die Großrazzia britischer Anti-Terrorfahnder im Osten Londons ist nach Hinweisen auf einen geplanten Anschlag mit dem Gifstoff Zynanid angeordnet worden, wie die Zeitung «Sunday Times» berichtet. Die Chefin des Geheimdienstes MI5, Eliza Manningham-Buller, habe vorher persönlich Regierungschef Tony Blair über die Gefahrenlage informiert, hieß es.

Für Verwirrung sorgte unterdessen die Schussverletzung, die ein 23-Jähriger während der Razzia erlitten hatte. Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei von Sicherheitskräften angeschossen worden. Inzwischen gibt es aber laut der BBC auch Hinweise darauf, dass die Kugel zwar aus einer Polizeiwaffe stammte, allerdings der Bruder des Opfers geschossen habe.

Die intensive Suche der Polizei nach einer geheimen Bombenwerkstatt von Terroristen in London hat bislang kein Ergebnis erbracht, wie britische Medien berichten. Chemische oder biologische Kampfstoffe seien nicht sichergestellt worden.

Laut der Boulevardzeitung «News of the World» gibt es Hinweise, wonach Mohammed Abdul Kahar bei einem Handgemenge mit der Polizei durch seinen Bruder angeschossen wurde. Scotland Yard hat bisher lediglich bestätigt, dass der Mann eine Schusswunde erlitten hat. Die Polizei verwies auf eine noch laufende interne Untersuchung.

Anwälte der beiden Terrorverdächtigen erklärten indes, die Männer seien Opfer eines Willküraktes der Sicherheitsorgane. Ein Polizist habe seine Waffe ohne Vorwarnung auf den 23-Jährigen abgefeuert.

Derweil spekulierten britische Medien mangels offizieller Informationen weiter darüber, ob und wann die Polizei tatsächlich gefährliche Kampfstoffe oder gar eine so genannte schmutzige Bombe finden werde.

Journalisten erfuhren aus Geheimdienstkreisen, dass die Polizei auf Grund «glaubwürdiger Hinweise» auf eine Bombenwerkstatt gehandelt habe. (nz)