netzeitung.deBush gesteht Fehler und Rückschläge ein

 Herausgeber: netzeitung.de

Bush und Blair (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bush und Blair
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ungewohnte Worte aus Washington: An der Seite des britischen Premiers Blair gesteht US-Präsident Bush Fehler in der Irak-Strategie ein. Auch seine Worte nach dem 11. September bedauert der Präsident.

US-Präsident George W. Bush hat Fehler in seiner Irak-Politik eingestanden. Trotz Rückschlägen und Fehlgriffen sei er aber überzeugt, «dass wir das Richtige getan haben und tun», sagte Bush nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Washington. Beide sagten der neuen Regierung in Bagdad weiter ihre Unterstützung zu und bekräftigten, sie wollten Soldaten im Irak stationiert lassen, bis das Land selbst für seine Sicherheit sorgen könne.

Die Misshandlungen im US-Militärgefängnis von Abu Ghoreib waren nach Ansicht Bushs «der größte Fehler», den die USA im Irak gemacht hätten. Das habe den USA geschadet. «Dafür werden wir lange Zeit bezahlen müssen», sagte Bush. Außerdem bereue er seine markigen Worte nach den Anschlägen vom 11. September 2001. «In gewissen Teilen der Welt» sei er damit missverstanden worden.

Noch 18 Monate
Blair, der in den vergangenen Tagen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammengetroffen war, sprach von «gewaltigen» Herausforderungen im Irak. Er sei aber überzeugter denn je, dass man sich ihnen stellen müsse. Allerdings hätten die Koalitionsstreitkräfte das Ausmaß des Aufstandes im Irak unterschätzt, räumte Blair ein.

Al-Maliki zufolge sind die irakischen Sicherheitskräfte in 18 Monaten in der Lage, die Sicherheit im Land zu garantieren. Weder Bush noch Blair wollten sich am Donnerstag auf einen Termin festlegen, wann sie als Konsequenz daraus ihre Truppen abziehen könnten. «Wir werden mit unseren Partnern im Irak zusammenarbeiten», erklärte Bush lediglich. Das Ziel sei weiterhin «ein Irak, der sich selbst regieren, aufrechterhalten und verteidigen kann».

Aggressive Agenda
Nach drei schwierigen Jahren, «in denen nicht alles so war, wie wir es erwartet und erhofft haben», mache nun die «aggressive Agenda» des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki Hoffnung auf eine positive Entwicklung, lobte Bush. Ziel bleibe ein demokratischer Irak, der sich selbst schützen könne.

Blair zeigte sich überzeugt, dass «nicht einer der gewählten politischen Führer der verschiedenen Gruppen will, dass wir jetzt gehen». Zunächst einmal gehe es darum, dass die irakischen Sicherheitskräfte selbst die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen könnten.

Teilabzug bis Jahresende
Laut Medienberichten hofft das US-Verteidigungsministerium, bis zum Jahresende rund 30.000 seiner derzeit 131.000 Soldaten im Irak nach Hause holen zu können. Washington werde so viele Soldaten im Irak behalten, «wie notwendig sind, um zu gewinnen», sagte Bush dazu.

Seit Kriegsbeginn vor drei Jahren sind mindestens 2460 amerikanische und 106 britische Soldaten im Irak getötet worden. Sowohl Bush als auch Blair stehen wegen ihrer Irak-Politik innenpolitisch unter Druck. (nz)