netzeitung.deRätsel um Verbleib bekannter US-Gefangener

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Gefangenenlager Guantanamo (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gefangenenlager Guantanamo
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Per Klage ist das US-Verteidigungsministerium gezwungen worden, die Namen sämtlicher Guantanamo-Insassen offenzulegen. Bekannte Terrorverdächtige wie Binalshibh und Shaikh Mohammed stehen allerdings nicht auf der Liste.

Das Pentagon hat weitere Namen von Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo veröffentlicht. Darunter sind jedoch keine der weltweit bekannten Terrorverdächtigen. Damit bleibt unklar, wo US-Gefangene wie etwa Ramzi Binalshibh oder Khalid Shaikh Mohammed festgehalten worden.

Auf Grund einer Klage der Nachrichtenagentur AP hatte das Verteidigungsministerium Mitte April eine Liste mit 558 Namen von Guantanamo-Insassen veröffentlicht. Die Angaben waren jedoch unvollständig. Am Montag wurden weitere 201 Namen bekannt gegeben.

«Diese Liste bringt uns einen Stück näher zu unserem Ziel, vollständig zu berichten, wer in US-Gefangenschaft auf Guantanamo geraten ist und wie die Menschen und ihre Fälle behandelt werden», sagte AP-Anwalt David Tomlin. Pentagon-Sprecher Bryan Whitman erklärte, die Namen aller Gefangenen auf Guantanamo seien zuvor aus Gründen der Sicherheit und wegen Geheimdienstoperationen unter Verschluss gehalten worden.

Nach amerikanischen Angaben wurden 759 Gefangene auf dem US-Stützpunkt auf Kuba festgehalten, seit das Lager im Januar 2002 in Betrieb genommen wurde. Etwa 275 Gefangene seien inzwischen freigelassen oder verlegt worden. Zehn Personen seien angeklagt worden. 136 weitere Gefangene hätten ebenfalls freigelassen oder verlegt werden sollen, hieß es weiter. Das habe sich jedoch verzögert, weil noch Verhandlungen mit den Heimatländern über das weitere Schicksal dieser Menschen liefen. Unter diesen Personen befindet sich laut AP offenbar auch der als «Bremer Taliban» bekannte Deutsch-Türke Murat Kurnaz. (nz)