netzeitung.deZarqawi erklärt «Agenten»-Regierung Krieg

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Abu Musab al Zarqawi (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Abu Musab al Zarqawi
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kurz nach Osama bin Laden hat auch der Al-Qaeda-Führer im Irak eine Botschaft veröffentlicht. Darin zeigt sich Zarqawi siegesgewiss gegenüber dem «Kreuzzug» des Westens.

Auf einer islamistischen Web-Site ist am Dienstag ein Video des Anführers des irakischen Ablegers der Terrororganisation Al Qaeda aufgetaucht. Abu Musab al Zarqawi wirft darin dem Westen vor, einen Kreuzzug gegen den Islam zu führen. Die heiligen islamischen Krieger würden diesem aber standhalten.

US-Präsident George W. Bush hätte das «Waffenstillstandsangebot» von Osama bin Laden annehmen sollen. «Dies hätte ihm und anderen genutzt, aber seine Arroganz hat ihn daran gehindert», fuhr Zarqawi fort.

Das Videoband, das verschiedene arabische und US-Nachrichtensender am Abend in Ausschnitten zeigten, scheint authentisch zu sein. Abgesehen von einem schwarzen Bart sieht Zarqawi aus wie auf früheren Fahndungsfotos. Er trägt im Video einen Sprengstoffgürtel und schießt in einer Sequenz auf ein nicht sichtbares Ziel in der Wüste.

Sollte die Person im Video wirklich Zarqawi sein, wandte er sich erstmals ohne Gesichtsverhüllung an die Öffentlichkeit. Erst zwei Tage zuvor hatte Al-Qaeda-Chef Osama bin Laden den Kreuzzug des Westens gegen den Islam kritisiert, insbesondere in Hinblick auf die Hamas-Regierung der Palästinenser.

«Agenten» an der Regierung
Zarqawi bezeichnet sich in dem Video als «Emir» der Al Qaeda im Irak. Das neue irakische Kabinett werde er bekämpfen, denn es bestehe aus «Agenten» wie alle Regierungen, die unter Aufsicht der USA gebildet worden seien. Zarqawi sprach von einem «Dolch im Herzen der islamischen Nation».

Bei neuen Anschlägen im Irak kamen mindestens vier Zivilisten ums Leben. In der Nähe der Büros des schiitischen Predigers Muktada al Sadr explodierte im Osten Bagdads eine Bombe in einem Kleinbus. Hier starben nach Polizeiangaben zwei Zivilpersonen. Bei fünf weiteren Bombenanschlägen und zwei Überfällen wurden am Dienstag nach Polizeiangaben zwei Iraker getötet und neun Menschen verletzt. (nz)