Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Generalbundesanwalt Nehm ermittelt in Dahab

25. Apr 2006 18:13, ergänzt 22:52
Blutiger Fußabdruck
Bild vergrößern
Auch Generalbundesanwalt Nehm ermittelt nun wegen der Anschläge in Ägypten. Grund dafür ist das deutsche Opfer. Bundeskanzlerin Merkel versprach, den Kampf gegen den Terror fortzusetzen.

Die Anschläge in Ägypten beschäftigen auch Generalbundesanwalt Kay Nehm. Weil es deutsche Opfer gebe, sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Dienstag.

Mehr in der Netzeitung:
  • Albtraum im Urlaubsparadies 25. Apr 2006 17:29
  • Gouverneur vermutet Selbstmord-Attentäter 25. Apr 2006 13:50, ergänzt 16:46
  • Deutsches Opfer bei Anschlägen in Ägypten 25. Apr 2006 06:58, ergänzt 13:10
  • Hamas verurteilt Anschläge in Ägypten 25. Apr 2006 12:59
  • Ägypten-Urlauber können umbuchen 25. Apr 2006 12:38
  • Der Weltsicherheitsrat in New York forderte alle Länder zur Zusammenarbeit auf, um die Täter, ihre Hintermänner und die Geldgeber zur Rechenschaft zu ziehen. In einer von allen 15 Mitgliedern gebilligten Erklärung hieß es, der Terrorismus sei eine «der ernstesten Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit» und könne nie gerechtfertigt werden.

    Bei den Anschlägen am Montagabend im ägyptischen Badeort Dahab waren mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein zehnjähriger Junge aus Baden-Württemberg. Die Mutter und ein Freund der Familie seien verletzt worden. Sie befänden sich im internationalen Krankenhaus von Scharm el Scheich und würden dort von deutsch sprechenden Ärzten behandelt.

    Ein siebenköpfiges Team der deutschen Botschaft kümmert sich vor Ort um die Opfer. Zum Team zählen auch die Vertrauensärztin der Botschaft und ein Dolmetscher. Ungarn gab am Abend bekannt, dass auch eine ungarische Touristin ums Leben kam.

    Zehn Festnahmen

    Die ägyptische Polizei hat am Dienstag insgesamt zehn Verdächtige festgenommen. Eine heiße Spur zu den Tätern gibt es jedoch noch nicht. Die Zufahrtsstraßen nach Dahab sind gesperrt. Die Polizei verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen an allen Häfen und Flughäfen des Landes.

    Zu den zehn ägyptischen Verdächtigen gehören nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Computerspezialisten aus Kairo, die einen Tag vor den Anschlägen in Dahab angekommen waren und den Ort kurz nach den Explosionen wieder verlassen wollten. Die restlichen sieben Festgenommenen hätten in Dahab gearbeitet, hieß es. Augenzeugen sagten, die Bomben seien wahrscheinlich in Säcken versteckt und per Zeitzünder vor einem Souvenirgeschäft und auf der Uferpromenade von Dahab kurz hintereinander detoniert worden.

    Bilderschau:
    Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Sicherheitshinweise und warnte vor weiteren Anschlägen. Für alle Reisenden bestehe in ganz Ägypten eine erhöhte Gefährdung.

    Ägyptens Innenminister Habib al-Adli versprach, die Schuldigen aufzuspüren. «Die Terrorbekämpfung funktioniert nur, wenn alle zusammenstehen», sagte er im ägyptischen Fernsehen.

    Kondolenz aus Deutschland

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Anschläge als «Menschen verachtendes Verbrechen». Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die Anschläge machten erneut auf schreckliche Weise deutlich, «dass Terroristen in ihrem blinden Hass vor nichts zurückschrecken». Merkel und Steinmeier sprachen den Familien und Freunden der Opfer ihr «tiefes Mitgefühl» aus. Zugleich sagten sie, der weltweite Kampf gegen den Terrorismus müsse entschieden fortgesetzt werden.

    Die meisten Todesopfer waren Ägypter. Nach Behördenangaben starben auch jeweils ein Urlauber aus Russland und der Schweiz. Es konnten noch nicht alle Opfer identifiziert werden.

    Der ägyptische Badeort Dahab liegt nördlich der Touristenhochburg Scharm el Scheich am Golf von Akaba und gilt als Taucher-Paradies. Reiseveranstalter boten wegen der Anschläge Umbuchungen an. Ausflüge auf der Sinai- Halbinsel wurden teilweise gestoppt. (nz)

     
    DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
    13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
    Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
    Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
     
     
    «Außergewöhnliche Umstände»: 
    Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
    Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
    Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.