Generalbundesanwalt Nehm ermittelt in Dahab
Bei den Anschlägen am Montagabend im ägyptischen Badeort Dahab waren mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein zehnjähriger Junge aus Baden-Württemberg. Die Mutter und ein Freund der Familie seien verletzt worden. Sie befänden sich im internationalen Krankenhaus von Scharm el Scheich und würden dort von deutsch sprechenden Ärzten behandelt.
Ein siebenköpfiges Team der deutschen Botschaft kümmert sich vor Ort um die Opfer. Zum Team zählen auch die Vertrauensärztin der Botschaft und ein Dolmetscher. Ungarn gab am Abend bekannt, dass auch eine ungarische Touristin ums Leben kam.
Zu den zehn ägyptischen Verdächtigen gehören nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Computerspezialisten aus Kairo, die einen Tag vor den Anschlägen in Dahab angekommen waren und den Ort kurz nach den Explosionen wieder verlassen wollten. Die restlichen sieben Festgenommenen hätten in Dahab gearbeitet, hieß es. Augenzeugen sagten, die Bomben seien wahrscheinlich in Säcken versteckt und per Zeitzünder vor einem Souvenirgeschäft und auf der Uferpromenade von Dahab kurz hintereinander detoniert worden.
Ägyptens Innenminister Habib al-Adli versprach, die Schuldigen aufzuspüren. «Die Terrorbekämpfung funktioniert nur, wenn alle zusammenstehen», sagte er im ägyptischen Fernsehen.
Die meisten Todesopfer waren Ägypter. Nach Behördenangaben starben auch jeweils ein Urlauber aus Russland und der Schweiz. Es konnten noch nicht alle Opfer identifiziert werden.
Der ägyptische Badeort Dahab liegt nördlich der Touristenhochburg Scharm el Scheich am Golf von Akaba und gilt als Taucher-Paradies. Reiseveranstalter boten wegen der Anschläge Umbuchungen an. Ausflüge auf der Sinai- Halbinsel wurden teilweise gestoppt. (nz)
