netzeitung.deUSB-Sticks mit Folteranleitung der US Armee

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US-Soldaten in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Soldaten in Afghanistan
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Handel mit Speichersticks, die geheime US- Militärdaten enthalten, geht weiter. Auf einem Markt in Afghanistan wurden jetzt Datenträger mit Folteranleitungen verkauft.

Der Handel mit USB-Sticks der US Armee auf einem Markt der afghanischen Stadt Bagram geht weiter. Nur wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass dort Datenträger mit vertraulichen Informationen über Soldaten und Terrorverdächtige offen angeboten wurden, sind weiterhin Speichermedien zu haben, die aus der nahe gelegenen amerikanischen Militärbasis stammen.
Anleitung zur Schmerzkontrolle
Wie die «Los Angeles Times» meldet, enthalten am Wochenende auf dem Basar gehandelte USB-Sticks unter anderem Informationen wie die Namen von US-Offizieren und deren Handy-Nummern. Noch brisanter: Es sind darauf Anleitungen zur so genannten «Schmerzkontrolle» widerspenstiger Gefangener zu finden. Ein Ratgeber, der beschreibt wie man Festgenommene durch das Kneifen oder Schlagen auf bestimmte Nerven und Druckpunkte am Körper verhört und kontrolliert, ist nichts anderes als ein Folterhandbuch.
Soldaten auf Großeinkauf
Nachdem der Handel mit den geheimen Militärdatenträgern vor zwei Wochen erstmals bekannt geworden war, hatten US-Soldaten systematisch das gesamte auf dem Markt angebotene Computerzubehör aufgekauft. Dafür sollen sie mehrere Tausend Dollar ausgegeben haben.

Für einige Tage waren dort anschließend keine Datensticks der Armee mehr erhältlich, doch nur für kurze Zeit: Am Freitag stellte sich dann heraus, dass wieder Speicherkarten aus der Basis in Bagram auf den Markt geschmuggelt und auf dem Basar verkauft werden. Einige Händler warten angeblich nur darauf, dass amerikanische Soldaten wieder einen umfassenden Großeinkauf machen.

Ermittlungen eingeleitet
Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, man habe mit einer Untersuchung der Angelegenheit begonnen und nehme sie sehr ernst. Unter anderem seien kriminalistische Ermittlungen eingeleitet worden und alle Vorschriften und Prozeduren für den Umgang mit Computerausrüstung würden überprüft. (nz)