Anschläge in ägyptischem Badeort: Deutsches Kind unter den Toten: 

netzeitung.deDeutsches Opfer bei Anschlägen in Ägypten

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Zerstörtes Gebäude nach Anschlägen in Dahab (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zerstörtes Gebäude nach Anschlägen in Dahab
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei den Bombenanschlägen auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind mindestens 24 Menschen getötet worden. Unter den Opfern ist auch ein deutsches Kind. Präsident Mubarak sprach von einem «Terrorakt».

Bei einer Serie von Bombenanschlägen im ägyptischen Badeort Dahab sind am Montagabend mindestens 24 Menschen getötet worden. Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak sprach von einem Terrorakt.

Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Dienstagmorgen bestätigte, ist unter den Todesopfern auch ein deutsches Kind. Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) teilte später mit, der Junge stamme aus Baden-Württemberg. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden die Mutter des zehnjährigen Kindes und ihr Lebensgefährte verletzt.
Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kairo seien in Dahab, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Bundesregierung verurteile die Anschläge aufs Schärfste. Man sei mit den Gedanken ganz bei den Opfern, sagte die Sprecherin.

Auch Opfer aus der Schweiz
Nach Angaben der Schweizer Regierung kam auch mindestens ein Schweizer ums Leben. Mindestens eine Bürgerin des Landes werde wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt, bestätigte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (Eda) dem Schweizer Radiosender DRS.

Laut Innenminister Habib el Adli kamen nach bisherigen Erkenntnissen 20 Ägypter und drei Ausländer ums Leben, unter ihnen auch ein Russe. Unter etwa 60 Verletzten seien auch drei Dänen, drei Briten, zwei Italiener, zwei Franzosen, ein Amerikaner und ein Australier. In dem Urlaubsort auf der Sinai-Halbinsel waren am Abend kurz nacheinander drei Sprengsätze in zwei Touristenrestaurants und neben einem Supermarkt explodiert.

«Alle sind erschüttert»
«Es hat drei Mal laut geknallt und dann rannten Menschen herum», sagte ein Überlebender aus Großbritannien der Nachrichtenagentur AP. «Alle sind erschüttert.» Ein Bewohner von Dahab erklärte, nach den Anschlägen seien alle in Panik geraten. Der Ort werde sich davon lange nicht erholen. «Dahab ist jetzt tot», sagte der Mann, der in einem der zerstörten Geschäfte des Ortes arbeitete.

Auf dem Sinai hatte es in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Terroranschläge mit insgesamt fast 100 Toten gegeben: Im Juli 2005 in Scharm el Scheich mit 66 Todesopfern und im Oktober 2004 in Taba und zwei kleineren Küstenorten mit 34 Toten.

In Dahab wurden am Montag das koptische Osterfest und das ägyptische Frühlingsfest Schem el Nessim gefeiert. Zum Zeitpunkt der Anschläge hielten sich etwa 300 Urlauber aus Deutschland in dem Ort auf, wie der Deutsche Reisebüro-Verband mitteilte. Nach Angaben der Schweizer Behörden waren außerdem 60 bis 70 Schweizer am Ort. Dahab ist wegen seiner günstigen Hotels und guten Tauchreviere ein beliebtes Ferienziel für Rucksacktouristen aus dem Westen und Israel. (nz)