14. Dez 2005 08:32
Der polnische Geheimdienst ist wahrscheinlich tiefer in die CIA-Affäre verstrickt als bislang bekannt. Er soll den Amerikanern ein Ausbildungszentrum für Verhöre Terrorverdächtiger zur Verfügung gestellt haben.
Ein Ausbildungszentrum des polnischen Geheimdienstes hat der CIA laut einem Magazinbericht als Stützpunkt gedient. Es gebe Indizien dafür, dass in dem Camp nahe des Ortes Kiejkuty Terrorverdächtige verhört worden seien, berichtet der «Stern». Die Gefangenen seien dem Terrornetzwerk Al Qaeda zugerechnet worden.Nach Aussagen eines hochrangigen polnischen Geheimdienstoffiziers aus Kiejkuty lebten Amerikaner für jeweils mehrere Monate schon seit fünf oder sechs Jahren auf dem Gelände.
Damals sei auch innerhalb des etwa drei Kilometer langen und eineinhalb Kilometer breiten Camps eine abgeschirmte innere Zone angelegt worden: gut 100 Meter lang, vielleicht 50 Meter breit, geschützt von Stacheldrahtzaun und einer drei Meter hohen Mauer. Normale polnische Geheimdienst-Mitarbeiter hätten dazu keinen Zutritt, wohl aber die US-Amerikaner, berichtet das Magazin. Auf dem Lagergelände parkten zudem Kleinwagen mit verdunkelten Scheiben - eben solche Modelle, von denen Mitarbeiter des Flughafens Szymany dem «Stern» schon zuvor berichtet hatten, sie seien immer zu den CIA-Flugzeugen vorgefahren, die am Ende der Rollbahn des Flughafens von Szymany mit laufenden Motoren warteten.
Das Geheimdienstlager Kiejkuty liegt etwa zehn Kilometer vom Flughafen Szymany im Nordosten Polens. 1968 plante die Sowjet-Armee von hier die Niederschlagung des Prager Frühlings. (nz)