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Zweites Guantanamo im Kosovo?: 

US-Armee betreibt Geheimgefängnis im Kosovo

09. Dez 2005 15:29
US-Soldat im Camp Bondsteel im Kosovo (Archivbild)
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Schwere Vorwürfe gegen die US-Armee im Kosovo. Sie soll laut UN-Angaben dort ein illegales Gefängnis betreiben - ohne externe juristische Kontrolle.

Thema: CIA-Affäre
Der UN-Ombudsmann im Kosovo, Marek Nowicki, hat dem US-Militär vorgeworfen, auf dem Kfor-Stützpunkt Camp Bondsteel ein Geheimgefängnis zu unterhalten. «Es kann keinen Zweifel daran geben, dass in Camp Bondsteel seit Jahren ein Gefängnis existiert, das keiner externen zivilen oder juristischen Kontrolle unterliegt», sagte er der «Berliner Zeitung».

Der polnische Jurist Nowicki konnte den Kosovo-Stützpunkt Camp Bondsteel Ende 2000 und Anfang 2001 zwei Mal besuchen. Sein Eindruck: «In dem Gefängnis sah es aus wie auf den Bildern, die man von Guantànamo kennt.» Nowicki, einst Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, leitet die UN-Beschwerdestelle im Kosovo seit sechs Jahren.

Guantànamo- ähnliches Gefangenenlager

Vor knapp zwei Wochen hatte die französische Zeitung «Le Monde» unter Berufung auf den Menschenrechtsbeauftragten des Europarates, Alvaro Gil Robles, bereits über ein «Guantànamo- ähnliches Gefangenenlager» der Amerikaner im Kosovo berichtet.

Laut Angaben der Menschenrechts- Organisation Human Rights Watch (HRW) befand sich das wichtigste CIA-Verhörzentrum in Europa bis vor kurzem in Polen. Dies gehe aus Hinweisen aus Sicherheitskreisen und Dokumenten hervor, sagte HRW- Vertreter Marc Garlasco der Zeitung «Gazeta Wyborcza». Laut Human Rights Watch werden derzeit weltweit mindestens 100 Gefangene in geheimen CIA-Gefängnissen verhört. Etwa ein Viertel von ihnen sei bis vor kurzem in Polen gefangen gehalten worden. In Polen soll es mindestens zwei solche Gefängnisse gegeben haben, eines in der Nähe des ehemaligen Militärflughafens Szymany in Stare Kiejkutyin (Masuren) und ein größeres in Südpolen.

Spuren in Polen verwischt

Der wichtigste in Polen festgehaltene Gefangene soll nach Angaben des US-Senders ABC Schalid Scheich Mohammed gewesen sein, der 2003 in Pakistan festgenommene frühere Militärchef und Chefplaner von Al Qaeda. Die ersten Medienveröffentlichungen in den USA hätten die Arbeit von Human Rights Watch erschwert, sagte Garlasco. «Wir wollten die Untersuchung zu Ende führen, das Gebäude finden, in dem Schalid Scheich Mohammed festgehalten wurde.» Nach dem ersten Bericht in der «Washington Post» Anfang November seien die Gefangenen aber nach Nordafrika gebracht und die Spuren in Polen verwischt worden. (nz)

 
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