Anklage gegen Al-Qaeda-Mitglieder in Deutschland
Die am 24. Januar verhafteten Ibrahim Mohamed K. und Yasser Abu S. stehen im Verdacht, als Mitglieder und der seit 21. Mai in Untersuchungshaft sitzende Ismail Abu S. als Unterstützer in die terroristische Vereinigung eingebunden gewesen zu sein. Außerdem werden ihnen weitere Verbrechen zur Last gelegt: gemeinschaftlicher Betrug in zehn Fällen, gemeinschaftlich versuchter Betrug in 23 Fällen sowie die Verabredung zu einem Verbrechen nach dem Außenwirtschaftsgesetz.
Er sei in die Kommandostruktur der Al Qaeda mit Kontakten bis hin zur Führungsspitze und bin Laden «mitgliedschaftlich eingebunden» gewesen. Von Führungskadern der Organisation erhielt er demnach den Auftrag, statt des von ihm erstrebten «Märtyrertods» als Selbstmordattentäter erst einmal selbst neue Mitglieder für Selbstmordanschläge in Europa zu rekrutieren sowie Geldmittel und logistische Unterstützung für die Terrororganisation zu beschaffen.
Yasser Abu S. habe in Abstimmung mit K. nicht unerhebliche Geldmittel für Al Qaeda beschaffen und schließlich ein Selbstmordattentat verüben wollen. Nähere Einzelheiten über dieses Vorhaben seien allerdings nicht bekannt. Ismail Abu S. wiederum habe sich zur Verfügung gestellt, die Organisation durch
Beschaffung finanzieller Mittel zu unterstützen. Dazu hätten die Angeschuldigten eine groß angelegte Betrugsserie gegen mehrere Versicherungsunternehmen eingeleitet.
Yasser Abu S. habe dazu 33 Lebensversicherungsverträge über eine Gesamtsumme von 4,3 Millionen Euro abgeschlossen oder beantragt, die nach einem fingierten tödlichen Verkehrsunfall in Ägypten hätten ausgezahlt werden und zum Großteil Al Qaeda zufließen sollen. Die Festnahme von ihm und K. vereitelten diese Pläne. (nz)

