netzeitung.deAnklage gegen Al-Qaeda-Mitglieder in Deutschland

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Osama bin Laden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Osama bin Laden
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Drei als Unterstützer der Terrororganisation Al Qaeda verdächtigte Männer sind in Deutschland angeklagt worden. Einer soll in persönlichem Kontakt mit Osama bin Laden gestanden haben.

Der Generalbundesanwalt Kay Nehm hat Anklage gegen drei Männer erhoben, die er für Mitglieder bzw. Unterstützer des Terrornetzwerk hält. Einer der Beschuldigten mit persönlichen Kontakten zu Osama bin Laden soll neue Mitglieder für Selbstmordanschläge in Europa rekrutiert, ein anderer einen Anschlag im Ausland geplant haben. Außerdem sollen die drei versucht haben, Geld für Al Qaeda zu beschaffen.

Das Verfahren wird voraussichtlich im Frühjahr 2006 vor dem Staatsschutzsenat des OLG beginnen. Bei den Angeklagten handelt es sich um dem 30 Jahre alten Ibrahim Mohamed K. aus Mainz, der vermutlich syrischer Staatsangehöriger ist, sowie die 32- und 28-jährigen Brüder Yasser Abu S. aus Bonn und Ismail Abu S. aus Marburg. Die beiden letzteren sind den Angaben zufolge staatenlose Palästinenser.

Die am 24. Januar verhafteten Ibrahim Mohamed K. und Yasser Abu S. stehen im Verdacht, als Mitglieder und der seit 21. Mai in Untersuchungshaft sitzende Ismail Abu S. als Unterstützer in die terroristische Vereinigung eingebunden gewesen zu sein. Außerdem werden ihnen weitere Verbrechen zur Last gelegt: gemeinschaftlicher Betrug in zehn Fällen, gemeinschaftlich versuchter Betrug in 23 Fällen sowie die Verabredung zu einem Verbrechen nach dem Außenwirtschaftsgesetz.

Ausbildung in Al-Qaeda-Lager
Die Bundesanwaltschaft schilderte detailliert den Sachverhalt, der den dreien in der mittlerweile zugestellten Anklageschrift zur Last gelegt wird. Danach absolvierte Ibrahim Mohamed K. bereits vor dem 11. September 2001 eine Ausbildung in Trainingslagern von Al Qaeda in Afghanistan und beteiligte sich dort bis Juli 2002 an Kämpfen gegen US-Militärkräfte.

Er sei in die Kommandostruktur der Al Qaeda mit Kontakten bis hin zur Führungsspitze und bin Laden «mitgliedschaftlich eingebunden» gewesen. Von Führungskadern der Organisation erhielt er demnach den Auftrag, statt des von ihm erstrebten «Märtyrertods» als Selbstmordattentäter erst einmal selbst neue Mitglieder für Selbstmordanschläge in Europa zu rekrutieren sowie Geldmittel und logistische Unterstützung für die Terrororganisation zu beschaffen.

Suche nach nuklearem Material
Nach seiner auftragsgemäßen Rückkehr in die Bundesrepublik Ende 2004 hat er laut Anklageschrift vergeblich versucht, über einen Mittelsmann in Luxemburg nukleares Material zu beschaffen. Im Verlauf des Jahres 2004 sei es ihm dann gelungen, die bereits seit Jahren radikal islamistisch geprägten Angeschuldigten Yasser und Ismail Abu S. für Al Qaeda zu rekrutieren.

Yasser Abu S. habe in Abstimmung mit K. nicht unerhebliche Geldmittel für Al Qaeda beschaffen und schließlich ein Selbstmordattentat verüben wollen. Nähere Einzelheiten über dieses Vorhaben seien allerdings nicht bekannt. Ismail Abu S. wiederum habe sich zur Verfügung gestellt, die Organisation durch
Beschaffung finanzieller Mittel zu unterstützen. Dazu hätten die Angeschuldigten eine groß angelegte Betrugsserie gegen mehrere Versicherungsunternehmen eingeleitet.

Yasser Abu S. habe dazu 33 Lebensversicherungsverträge über eine Gesamtsumme von 4,3 Millionen Euro abgeschlossen oder beantragt, die nach einem fingierten tödlichen Verkehrsunfall in Ägypten hätten ausgezahlt werden und zum Großteil Al Qaeda zufließen sollen. Die Festnahme von ihm und K. vereitelten diese Pläne. (nz)