Union und SPD uneins über Sicherungshaft
Unions-Fraktionsvize Wofgang Bosbach (CDU) hatte zuvor klar gestellt, dass für ihn das Thema längst noch nicht erledigt sei. In den Koalitionsverhandlungen war darüber keine Einigung erzielt worden. Die Frage der Sicherungshaft sollte deshalb nicht weiter behandelt werden. Unter Hinweis auf 3000 bis 5000 «gewaltbereite und gewaltgeneigte Islamisten», die den Sicherheitsbehörden bekannt seien, sagte der CDU-Politiker der Netzeitung: «Ich halte es für gut möglich, dass das Thema Sicherungshaft noch einmal auf die Tagesordnung kommt.»
Mit Blick auf die Entführung einer Deutschen im Irak kamen Wiefelspütz und Bosbach in ihrer Analyse überein, dass die Terrorgefahr in Deutschland nicht unterschätzt werden dürfe. Zwar sei derzeit «keine Anschlagsgefahr feststellbar», sagte Wiefelspütz. «Niemand darf sich allerdings in einer falschen Sicherheit wiegen.» Deutschland sei «Gefährdungsraum», fügte er hinzu. «Und es können auch Deutsche im Ausland gefährdet sein, wie wir in diesen Tagen schmerzlich haben feststellen müssen.»
Wie der CDU-Politiker sagte, soll es eine Kombination von Volltext- und Indexdatei sein. Entsprechende «Vorarbeiten» seien bereits von der Innenministerkonferenz geleistet worden. «Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir bald einen Gesetzentwurf vorlegen können», sagte Bosbach.
Die niedersächsische Landesregierung hatte einen Gesetzentwurf für eine Anti-Terror-Datei bereits im September 2004 in das Gesetzgebungsverfahren des Bundes eingebracht. Der Entwurf sah vor, beim Bundesamt für Verfassungsschutz eine gemeinsame Datei einzurichten. SPD, Grünen und FDP stimmten im Juni 2005 im Bundestag aber gegen den Entwurf und verhinderten das Gesetz damit.
Nach den Terroranschlägen in London im Juli 2005 ließ der damalige Bundesinnenminister Otto Schily einen eigenen Gesetzentwurf für eine Anti-Terror-Datei ausarbeiten.
Überdies wollten SPD und Union «Präventivbefugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) über eine Verfassungsänderung einführen». Darüber hinaus kündigte Wiefelspütz an, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in Deutschland, aber auch die internationale Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen «intensiviert» werden solle.

