28.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Terrorismusexperte Rolf Tophoven
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Terrorismus-Experte Tophoven hält es für möglich, dass die CIA geheime Gefängnisse in Osteuropa unterhält. Sollte deren Existenz bewiesen werden, sei mit «massiven Schlägen» von Al Qaeda zu rechnen.
Der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, Rolf Tophoven, glaubt an die Existenz von Gefangenenlagern der CIA in Osteuropa. «Ich schließe nicht aus, dass es diese Gefängnisse gibt», sagte er der Netzeitung. «Die Amerikaner machen alles, um Erfolg im Kampf gegen den Terror zu haben.» Deshalb schreckten sie auch nicht davor zurück, Terrorverdächtige in geheimen Lagern gefangen zu halten und zu verhören.
Tophoven warnte vor den Folgen, sollte bewiesen werden, dass einige dieser Geheimverliese auch auf ehemaligen Militärstützpunkten in Osteuropa liegen. «Wenn wir davon ausgehen, dass es im Land X oder Y geheime Lager gibt, dann haben wir dort den nächsten militanten Schlag zu erwarten», sagte er. «Diese Länder müssen dann mit massiven Schlägen von Al Qaeda rechnen.»
USA gefährden Anti-Terror-KampfVor diesem Hintergrund warf der Terrorismusexperte den USA vor, den internationalen Kampf gegen den Terror zu gefährden. Die möglichen CIA-Flüge und die Geheimgefängnisse dokumentierten den «Alleingang» der Amerikaner im Anti-Terror-Kampf, sagte Tophoven. Das sei schon deswegen «fragwürdig», weil dabei «keine Effizienz» erkennbar sei.
Mit CIA-Gefängnissen, von denen niemand Kenntnis habe, werde nicht nur das Völkerrecht ausgehebelt, «man verprellt auch andere Geheimdienste», sagte er. «Es ist sicherlich für die internationale Stimmungslage nicht gut, wenn das mit befreundeten Ländern nicht abgesprochen war.» Das verringere bei den Bündnispartnern «die Bereitschaft, mit den Amerikanern zu kooperieren».
Terror-Dimension nicht erkanntTophoven kritisierte in diesem Zusammenhang die Anti-Terror-Strategie der USA scharf. «Die Amerikaner haben die militante Dimension des islamistischen Terrors in ihre letzten Verästelung noch nicht erkannt», sagte er. Der «wichtigste» Mann« von Al Qaeda, der im Irak agierende Abu Mussab al Zarqawi, sei immer noch auf freiem Fuß. In ihm bündele sich die «militärische und operative Stärke» des Terrornetzwerks.
Zwar könnten die Amerikaner darauf verweisen, dass einige »Top-Terroristen vom 11. September 2001« in Haft säßen. Doch das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba zeige, wie erfolgreich der Anti-Terror-Kampf tatsächlich sei. Dort habe man «die dritte und vierte Terror-Garnitur» inhaftiert, so Tophoven.