netzeitung.deLondon-Presseschau: Weitermachen wie bisher

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Internationale Presse (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Die neuen Anschläge in London dominieren die internationale Presse. Neben Besorgnis über die Verwundbarkeit westlicher Gesellschaft kommt in den Kommentaren die Notwendigkeit zum Ausdruck, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Nach den aktuellen Anschlägen in London spiegeln sich in den Kommentaren der internationalen Tageszeitungen Besorgnis und Stärke wieder. Ein Überblick:
«Il Messagero» (Rom)
«Die Tatsache, dass die Angriffe auf das Transportwesen der britischen Hauptstadt dieses Mal glücklicherweise nicht die gleichen schrecklichen Auswirkungen hatten wie die ersten Attentate, macht sie nicht weniger schlimm und Besorgnis erregend. Im Gegenteil, denn sie lassen die Strategie der Regisseure nur noch deutlicher werden: Sie wählen und bestimmen die Objektive und suchen diejenigen aus, die die Aufgabe übernehmen, die Bomben zu legen.» (...)

Die Zeitung sieht «eine dramatische Veränderung» im Vergleich zu den Anschlägen von New York und Madrid: «Damals waren die Terroristen von außen in amerikanisches und spanisches Territorium eingetreten. In Großbritannien sind sich Polizei und Geheimdienste hingegen mittlerweile sicher, dass die größte Gefahr für die Sicherheit von innen kommt, von islamischen Einwanderern zweiter Generation.»

«Il Mundo» (Madrid)
«Die westlichen Gesellschaften haben erneut festgestellt, wie verwundbar sie angesichts der Bedrohung des Terrorismus sind. Genau zwei Wochen nach dem Massaker von London hat eine Serie von Anschlägen wie die vom 7. Juli die Briten erschüttert. Und dies obwohl die Polizei in höchster Alarmbereitschaft war. Dass die Urheber möglicherweise Anfänger, Terroristen-Lehrlinge oder Nachahmer waren, macht das Ganze nicht weniger schlimm und lässt nicht weniger besorgt in die Zukunft schauen. Der Terrorismus ist der Hauptfeind der westlichen Gesellschaften. Und die große Herausforderung, der wir uns stellen müssen.»

«The Independent» (London)
«Es gibt jetzt gewichtige Argumente für verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in der U-Bahn. Wie auf Flughäfen sollten alle überprüft werden, die Taschen mit in die U-Bahn nehmen. Manche werden davon nichts hören wollen. Aber die Öffentlichkeit stellt sich für gewöhnlich ziemlich schnell auf neue Sicherheitsvorkehrungen ein, wenn sie diese als sinnvoll erkennt. Aber natürlich muss man sich auch klarmachen, dass London nie völlig sicher sein kann. Das Beste, was Londoner tun können, ist letztlich: Genauso weitermachen wie bisher.»

«The Daily Telegraph» (London)
«London muss sich einmal mehr auf eine lange Serie von Angriffen einstellen - so wie bereits zwei Mal in den letzten 60, 70 Jahren: Erst kam die Luftwaffe, dann die IRA. Londoner haben nun und in den kommenden Monaten die unangenehme Pflicht, ihr Leben weiterzuführen, als wäre nichts gewesen. Sie müssen unsere Feinde um die Genugtuung bringen, sie zittern zu sehen.»

«Libération» (Paris)
«Die einhellige öffentliche Verurteilung der Anschläge vom 7. Juli lässt nicht verhindern, dass es Menschen gibt, die diese Verbrechen gutheißen und die bereit sind, allen Überwachungskameras zum Trotz ihre Mordtaten zu verüben. Auch wenn die Gewaltbereiten nur eine winzige Minderheit innerhalb der Minderheit extremistischer Gläubiger im Kreis der Muslime bilden, so ist die Anziehungskraft dieser Extremisten schwer zu parieren. Doch die beste Antwort bleibt immer noch der unerschütterliche Gleichmut der Briten, der sich bereits gegenüber der (Untergrundorganisation) IRA bewährt hat.»

«La Repubblica» (Rom)
«Neuer Angriff auf London: Die gleichen Szenen wie am 7. Juli (...). Die symbolische Bedeutung ist klar: Wir sind hier, wir sind viele, und wir können Euch jederzeit erneut treffen. Und wir können dies wieder auf die gleiche Weise tun. Eine Herausforderung, die sich nur wegen der Ungeschicklichkeit der neuen Attentäter nicht in eine neue schreckliche Tragödie verwandelt hat. Die Absicht ist offensichtlich: Panik zu verbreiten; den Lebensnerv - das Transportsystem - einer westlichen Metropole zu treffen; diejenigen in Schrecken erstarren zu lassen, die zuvor die Worte »Wir haben keine Angst« zu einem von allen geteilten Leitsatz gemacht hatten.» (nz)