14.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Schweigeminute in London
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Europa hat der Opfer der Anschläge von London gedacht. Innenminister Schily hatte die Menschen in Deutschland aufgerufen, sich solidarisch mit den Briten zu zeigen.
Millionen Menschen in Europa gedachten am Donnerstag um 13 Uhr der Londoner Terroropfer. Bundesinnenminister Otto Schily hatte die Menschen in Deutschland aufgerufen, mit den Schweigeminuten ihre Solidarität mit der britischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen.
Die Deutsche Bahn ließ Züge, die sich zu diesem Zeitpunkt in den Bahnhöfen befanden, erst mit einer Minute Verspätung abfahren. Radio- und Fernsehsender unterbrachen ihr Programm. Die Deutsche Börse setzte den Handel zwar nicht aus, empfahl jedoch allen Teilnehmern, sich den Schweigeminuten anzuschließen.
Einige Unternehmen, darunter DaimlerChrysler und der Otto-Konzern, hatten es ihren Mitarbeitern freigestellt, an den Gedenkminuten teilzunehmen. Andere riefen ihre Belegschaft sogar dazu auf.
Vom Büro auf die StraßeIn Großbritannien standen Busse, Taxis und Züge still. Auf den Flughäfen gab es nach Möglichkeit keine Starts und Landungen. Tausende Menschen auf den Straßen und in Bahnhöfen blieben in der Zeit von 13 bis 13:02 Uhr stehen. Angestellte verließen ihre Büros und stellten sich zu den Menschen auf den Gehwegen.
Die Londoner U-Bahn unterbrach ihren Betrieb nicht. Fahrgäste wurden aber gebeten, sich an dem Gedenken zu beteiligen. Die meisten Angestellten der Tube trugen schwarze Armbinden. An den Anschlagsorten wurden Kränze niedergelegt.
«London will der Toten gedenken und gleichzeitig den Tätern trotzen, die versucht haben, unsere Stadt durch Terror niederzuringen», sagte Londons Bürgermeister Ken Livingstone.
Königin Elizabeth gedachte im Buckingham Palast der Opfer, Premierminister Tony Blair an seinem Amtssitz in der Downing Street. Für 19 Uhr (MESZ) ist eine Mahnwache am Trafalgar Square angekündigt.
Gedenken in Brüssel und ParisIn Brüssel beteiligten sich die Beamten und Angestellten der Europäischen Kommission an den Schweigeminuten. Auch das Europa-Parlament gedachte der Anschlagsopfer. In Paris wurden die Feiern zum 14. Juli unterbrochen.
Bei dem Anschlag auf drei U-Bahnen und einen Bus waren vor einer Woche mehr als 50 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden. In Italien hatten schon um 12 Uhr alle Fernsehkanäle ihr Programm unterbrochen. (nz)