netzeitung.deGuantanamo-Häftling wirft USA Folter vor

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Ein schwedischer Moslem ist nach eigenen Angaben in Guantanamo gefoltert worden. Er sprach von psychischen Quälereien und körperlichen Misshandlungen.

Nach seiner Freilassung aus dem Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba hat der schwedische Moslem Mehdi-Muhammed Ghezali den USA Misshandlungen vorgeworfen.

«Es war zumeist eine psychische Folter, aber im letzten Monat setzten sie auch mehr physische Folter gegen mich ein», sagte der Schwede am Mittwoch im schwedischen Rundfunk.

Ghezali war in der vergangenen Woche nach zweijähriger Haft freigelassen worden. Er war 2001 gemeinsam mit 156 anderen Männern von Pakistan an die USA übergeben worden. Ihnen wurde vorgeworfen, in Afghanistan für das Terrornetzwerk Al Qaeda gegen die USA gekämpft zu haben.

Der Sohn einer Finnin und eines Algeriers sagte im Radio, isoliert von der Außenwelt und in einem eiskalten Raum verhört worden zu sein. «Es wurde furchtbar kalt und man musste stundenlang frieren», erinnerte sich der 25-Jährige. «Man musste stundenlang sitzen, in Ketten.«

Um ihn am Schlafen zu hindern, hätten ihn die Wachleute immer wieder in eine andere Zelle verlegt, so Ghezali. Diese Foltermethode sei zwei Wochen lang praktiziert worden.

Das Pentagon wies bereits alle Vorwürfe zurück, sagte aber eine Untersuchung des Falls zu.

Der Zeitung «Dagens Nyheter» sagte Ghezali, er sei im August 2001 zum Studium nach Pakistan gegangen. Mit einem Freund sei er dann nach Afghanistan gereist. Im Oktober desselben Jahres, als die USA mit Angriffen auf Afghanistan begannen, kehrte Ghezali nach eigenen Angaben nach Pakistan zurück, wo er festgenommen worden sei. Kontakte zu den Taliban oder Al Qaeda stritt er ab. (nz)