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Eta droht deutschen Urlaubern mit Anschlägen

13. Mrz 2004 09:31, ergänzt 19:37
Teilnehmer einer Anti-Eta-Demonstration in Madrid
Die baskische Separatisten-Organisation Eta hat deutsche Reiseveranstalter gewarnt, sie wolle Anschläge auf spanische Urlaubsziele verüben. Tui bestätigte den Erhalt eines Briefes, der Eta zuzurechnen sei.

Thema: Anschläge in Madrid
Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation Eta haben laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» in Warnbriefen an deutsche Reiseveranstalter Anschläge auf Urlaubsziele in Spanien angekündigt. Das meldet «Focus» unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).

Nach Einschätzung des BKA seien die Anschläge in Madrid möglicherweise erst der Anfang einer großen, neuen Eta-Offensive. In einem internen Strategiepapier der Organisation hätten die baskischen Terroristen ausdrücklich Aktivitäten im «Bereich des Tourismus» angekündigt, schreibt das Magazin.

Erster Warnbrief am 4. Februar

Das BKA gehe von einer «hohen Gefahr» für deutsche Urlauber in Spanien aus. Auch Terror-Experten des Landeskriminalamts (LKA) Rheinland-Pfalz rieten in einer aktuellen Analyse, die Drohungen der Eta ernst zu nehmen, berichtet «Focus». Bereits am 4. Februar 2004 habe ein Touristik-Unternehmen in Köln einen entsprechenden Warnbrief erhalten, zwei Tage später ein Tui-Reisebüro in Hannover.

Tui bestätigte, Warnhinweise der Eta erhalten zu haben. Anfang Februar sei in einem Reisebüro des Konzerns ein Schreiben eingegangen, das offensichtlich der baskischen Separatistenorganisation zuzuordnen sei, sagte Tui-Sprecher Mario Köpers am Samstag auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin.

Tui: Sicherheitslage unverändert

Tui nehme Drohungen dieser Art «grundsätzlich sehr ernst». Bis heute gehe das Unternehmen indes davon aus, dass sich die Sicherheitslage nicht verändert hat. Es gebe nach wie vor weder für Madrid noch für andere spanische Regionen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Köpers fügte hinzu, dass das erhaltene Schreiben keine Hinweise auf die Terroranschläge von Madrid enthalten habe.

Am Freitagabend hat das Auswärtige Amt «Focus» zufolge seine Reisehinweise zu Spanien um den Vermerk erweitert, dass «Terroranschläge auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden». Am Rande der ITB sagte Rafael Izquierdo vom spanischen Reiseanbieter Blu-Tour der Netzeitung, die Anschläge hätten sicherlich Auswirkungen auf das Touristenaufkommen. Sie hingen allerdings davon ab, wer letztlich für die Attentate verantwortlich sei.

Beckstein will videoüberwachte Bahnhöfe

Unterdessen forderte Bayerns CSU-Innenminister Günther Beckstein, alle deutsche Bahnhöfe rund um die Uhr von Videokameras überwachen zu lassen: «Die Bombe, die in München oder Stuttgart hochgeht, kann in Ulm oder Niedertupfing platziert worden sein.»

Auch müsse Gepäck ohne konkreten Anlass überprüfen werden können, forderte Beckstein: Gefährliche Koffer oder Rucksäcke könnten überall deponiert werden. (nz)

 
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