12.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Gegen Terro und Gewalt: Hunderttausende Menschen protestieren in Madrid
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In ganz Spanien haben am Freitagabend Menschen gegen Terror und Gewalt demonstriert. Allein in Madrid versammelten sich über zwei Millionen Menschen. Thema: Anschläge in Madrid Schon vor Monaten Hinweise auf Eta-Terror US-Börsen erholen sich von Terrorangst Eta weist Verantwortung für Anschläge zurück BND geht von Eta-Hintergrund aus Belgien für Schaffung von EU-Geheimdienst FC Bayern bietet Benefizspiel an EU-Regierungschefs gemeinsam gegen Terror
Mehr als acht Millionen Spanier haben am Freitag landesweit gegen Terror und Gewalt demonstriert. Allein im Zentrum der Hauptstadt Madrid versammelten sich über zwei Millionen Menschen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Das entspräche etwa der Hälfte der Bevölkerung der Hauptstadt.
Auf dem zentralen Colon-Platz standen die Menschen trotz Regens dicht gedrängt. Aus Wohnungen um den Platz hingen spanische Flaggen mit schwarzen Trauerbändern. Auf Transparenten hieß es: «Nein zum Terror» und «Heute erreichen unsere Tränen den Himmel.»
Viele Geschäfte geschlossenEin Demonstrant, der 20-jährige Jorge Mendez, sagte der Nachrichtenagentur AP: «Nein, es regnet nicht. Das sind unsere Tränen.» Die mehrere Kilometer lange Kundgebung in Madrid führten Ministerpräsident Jose Maria Aznar und weitere Politiker an, darunter Innenminister Angel Acebes, der sozialistische Oppositionsführer Jose Luis Rodriguez Zapatero und Mitglieder des Königshauses. Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer, EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hatten ihre Teilnahme zugesagt.
Die Polizei sperrte in den vielen anderen spanischen Großstädten schon Stunden vor den Kundgebungen wichtige Straßen für den Verkehr. In vielen Geschäften hingen schon den ganzen Tag über Hinweisschilder, dass früher geschlossen werde, um den Angestellten die Teilnahme an den Kundgebungen zu ermöglichen.
Bereits am Mittag war das öffentliche Leben im ganzen Land zum Erliegen gekommen, als Millionen Spanier mit einer Schweigeminute der Opfer gedachten. (nz)