netzeitung.deÜberwachungskamera filmte Terroristen in Istanbul

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Vor dem Anschlag auf zwei Istanbuler Synagogen ist einer der Attentäter gefilmt worden. Die Aufnahmen sind aber unscharf.

Ermittler in Istanbul haben die Urheber der Selbstmordanschläge auf zwei Synagogen bislang nicht identifiziert. Einer der mutmaßlichen Attentäter sei zwar von einer Überwachungskamera der Synagoge Neve Schalom gefilmt worden, sagte Innenminister Abdulkadir Aksu der Zeitung «Vatan». Die Aufnahmen seien allerdings sehr unscharf.

Zu sehen sei auch, wie ein Lastwagen vor der Neve-Schalom-Synagoge explodierte, sagte Aksu. Danach habe die Sicherheitskamera nicht mehr funktioniert. Den Anschlag auf die Synagoge Beit Israel hätten Zeugen beobachtet.

Der Innenminister geht davon aus, dass die Attentäter Hilfe aus dem Ausland erhielten. Ob es sich um Türken oder Ausländer handele, sei bislang aber unklar, sagte er. Man wisse nur, dass sich in den beiden in die Luft gesprengten Fahrzeugen jeweils eine Person befunden habe. Die Bomben waren Aksu zufolge in der Türkei hergestellt worden.

Bei den Anschlägen am Samstag waren 23 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Die Verantwortung dafür übernahm das Terrornetzwerk Al Qaeda.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan lässt das Bekennerschreiben, das am Sonntag bei der arabischen Zeitung «Al Kuds al Arabi» in London einging, eingehend überprüfen. Mit seinem Kabinett will Erdogan nun über das weitere Vorgehen nach den Attentaten beraten. Justizminister Cemil Cicek plant eine Untersuchung der Tätigkeit der türkischen Geheimdienste. (nz)