netzeitung.deCIA-Agenten mit «Lizenz zum Töten» sollen in Deutschland nach Terroristen fahnden

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Ein Dutzend US-Agenten der «Delta Force» sollen laut einem Pressebericht im Auftrag der CIA in der Bundesrepublik nach Terroristen suchen. Angeblich haben sie sogar die Genehmigung, Staatsfeinde zu töten.

Der US-Geheimdienst CIA lässt Agenten in Deutschland nach islamistischen Terroristen suchen - auch ohne Genehmigung und ohne rechtliche Billigung des «Gastlandes». Dabei besäßen die zwölf Spione, die von der Elite-Einheit «Delta Force» an die CIA «ausgeliehen» worden seien, angeblich auch eine «Lizenz zum Töten», schreibt «Bild» unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise.

Demnach ist der genaue Auftrag des Kommandos unklar. Geheimdienstler vermuteten allerdings, die Spezialagenten sollten mutmaßliche islamische Terroristen auskundschaften, die sich in Deutschland aufhielten, berichtet das Blatt weiter.
In Essen gesichtet
Sie seien unter anderem in Essen gesichtet worden, wo der gebürtige Iraker Muhammad A. wohne. Obwohl ihm in Deutschland bislang Straftaten nicht nachgewiesen werden konnten, sei der Mann ins Visier des US-Geheimdienstes geraten, weil er gefälschte Pässe für Terroristen verschafft haben soll, so «Bild» weiter.

Auch in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg soll sich das CIA-Team «bewegt haben», schreibt die Zeitung weiter. Dabei würden sie vom US-Generalkonsulat und einem weiteren US-Geheimdienst, der National Security Agency (NSA), unterstützt.

Geheimdienstmann: «Unglaublich, aber wahr»
Diese Meldung sei «unglaublich, aber wahr», kommentierte ein deutscher Geheimdienstler am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Die Bundesregierung wollte zu der Angelegenheit keine Stellung nehmen.

«Das Vorgehen der CIA auf deutschem Territorium ohne unser Wissen ist rechtlich in keiner Weise gedeckt», zitiert ddp deutsche Geheimdienstmitarbeiter. Sie nähmen zu dem «Vorgang» natürlich «überhaupt keine Stellung».

Geheimdienst über Einsatz «mehr als verwundert»
Auf deutschem Boden müssten die Partnerdienste ihre Agententätigkeiten jedoch «selbstverständlich und auf jeden Fall mit uns absprechen», erläuterte ein Angehöriger eines deutschen Geheimdienstes in Berlin. Die Zusammenarbeit mit den US-Nachrichtendiensten sei trotz gelegentliche Differenzen im allgemeinen gut.

Daher sei man über den jetzigen völlig unabgesprochenen Einsatz der US-Agenten «mehr als verwundert», zitiert ddp den Geheimdienstmitarbeiter. Das Problem müsse, bevor es zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten komme, «schnellstens auf dem kleinen Dienstweg gelöst werden».

«Delta Force» hat 400 Mitarbeiter
Die Zahl der verdeckt im Bundesgebiet operierenden Amerikaner sei nicht genau bekannt. Fest stehe nur, dass die CIA von Angehörigen der «Delta Force» bei der Suche nach islamistischen Extremisten unterstützt werde.

Bei der «Delta Force» handelt es sich um die geheimste US-Sondereinheit, deren Existenz Washington nie offiziell bestätigt hat. Die Eliteeinheit wurde erst 1977 unter dem Eindruck terroristischer Anschläge gegründet. Sie soll rund 400 Mitglieder haben. (nz)