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«Juden in Europa fühlen sich bedroht»

26. Jun 2007 21:45
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Der Europarat sieht einen wachsenden Antisemitismus in Europa. In einigen Ländern, darunter auch Deutschland, sei die Situation Besorgnis erregend.

Der neue Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), der US-Unternehmer Ronald Lauder, hat vor einem Erstarken des Antisemitismus in Europa gewarnt. «Die Juden in aller Welt, und insbesondere in Europa, fühlen sich bedroht», sagte Lauder nach einem Treffen mit EU-Innenkommissar Franco Frattini in Brüssel am Dienstag. Die Judenfeindschaft in Europa trage viele Gesichter. Als Beispiel nannte er eine Initiative britischer Hochschuldozenten, die einen kulturellen Boykott israelischer Universitäten anstreben.

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Er sei erleichtert darüber, dass Frattini und andere EU-Politiker dem Problem eine hohe Priorität einräumten, so Lauder. Einige Vorfälle der letzten Zeit, so auch der Boykott in Großbritannien, hätten mit der aktuellen israelischen Politik zu tun. Sie gingen jedoch über legitimen Protest weit hinaus. Europa müsse jegliche Art des Antisemitismus anprangern und bestrafen, verlangte er.

Der Kosmetik- und Immobilienunternehmer Lauder war Anfang Juni zum Präsidenten der jüdischen Dachorganisation gewählt worden. Sein Vorgänger Edgar Bronfman war nach fast 30 Jahren im Amt zurückgetreten, nachdem eine noch nicht aufgeklärte Finanzaffäre in der Organisation ans Licht gekommen war. Der WJC mit Sitz in New York hat Mitgliedsorganisationen in mehr als 70 Ländern; Lauder hatte Brüssel erstmals seit seinem Amtsantritt besucht.

Auch der Europarat in Straßburg warnte in einem Bericht, der Antisemitismus in Europa sei weiter auf dem Vormarsch. Insbesondere in Deutschland, Frankreich, Russland und Großbritannien sei die Situation Besorgnis erregend, heißt es in dem Dokument, über das die Parlamentarier-Versammlung des Europarats an diesem Mittwoch debattieren will. Geschürt werde der Judenhass unter anderem durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den Palästinensergebieten und Israel.

Der Europäische Jüdische Kongress, der in Brüssel seine Hauptversammlung abhielt, befasste sich ebenfalls mit dem Thema Judenfeindschaft. Die Mitglieder wählten zudem den russischen Unternehmer Moshe Kantor zu ihrem neuen Präsidenten. Er löste Pierre Besnainou, einen Franzosen nordafrikanischer Herkunft ab. Kantor steht dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe und will sich unter anderem gegen die atomare Aufrüstung des Iran einsetzen. Er strebt dabei eine stärkere Zusammenarbeit jüdischer Gemeinschaften an. (epd)

 
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