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Hessisches Holocaust-Archiv offen für Forschung

15. Mai 2007 20:24
Holocaust-Archiv
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Zwar ist das vereinbarte Protokoll über die Öffnung des Holocaust-Archivs im nordhessischen Bad Arolsen noch nicht ratifiziert, geöffnet wird es aber nun trotzdem schon. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert.

Das Holocaust-Archiv im nordhessischen Bad Arolsen wird jetzt erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert für die Forschung geöffnet. Darauf verständigten sich am Dienstag Vertreter der elf Staaten, die am weltgrößten Archiv dieser Art beteiligt sind, zum Abschluss zweitägiger Beratungen in Amsterdam.

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Demnach können die elektronisch gespeicherten Dokumente schon an Forschungsinstitutionen weitergegeben werden, ohne dass vorher alle elf beteiligten Länder das im vorigen Jahr vereinbarte Protokoll über die Öffnung des Archivs ratifiziert haben, wie aus Delegationskreisen verlautete. Bis die technischen Voraussetzungen für die Weiterleitung der Dokumente erfüllt sind, dürften allerdings noch einige Monate vergehen.

Viel Zeit für elektronische Aufbereitung

Die ersten zehn Millionen Seiten - oder ein Fünftel aller Dokumente - sollen bis September für die Weitergabe elektronisch aufbereitet sein. Der Ratifizierungsprozess zieht sich länger hin als erwartet, was bei mehreren Delegationen in den vergangenen Monaten zu Unmut geführt. Deshalb einigten sich die Vertreter der beteiligten Länder nun in Amsterdam, nicht länger auf den Abschluss der Ratifizierung zu warten.

Bislang haben sieben der elf im internationalen Aufsichtsrat des Archivs vertretenen Staaten das Protokoll ratifiziert - nämlich die USA, Israel, Polen, Deutschland, Belgien, die Niederlande und Großbritannien. Noch nicht ratifiziert haben Italien, Griechenland, Frankreich und Luxemburg.

In Bad Arolsen werden Akten zu mehr als 17,5 Millionen Häftlingen, Zwangsarbeitern und anderen Verfolgten des Nazi-Regimes aufbewahrt. Bisher durfte das Archiv nur für den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes genutzt werden. 1943 vom Britischen Roten Kreuz begründet, kümmert sich der Suchdienst um das Schicksal während der NS-Zeit verschleppter und verschwundener Personen. Sein Kernbestand sind Karteien von NS-Organisationen wie der SS und Akten aus der Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager. (AP)

 
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