netzeitung.deBarenboim appelliert an «Intelligenz» Israels

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Daniel Barenboim (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Daniel Barenboim
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Altbundespräsident von Weizsäcker hat bei der Verleihung des Preises für Verständigung des Jüdischen Museums Berlin an den Dirigenten Barenboim dessen Nahost-Engagement gewürdigt. Barenboim richtete einen Aufruf an Israel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat klare Grenzen gegenüber jenen gefordert, die die offene und plurale Gesellschaft bekämpfen. Bei der Verleihung des Preises für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums Berlin an den Dirigenten Daniel Barenboim und den BMW-Manager Helmut Panke mahnte die Kanzlerin am Samstagabend: «Null Toleranz gegenüber Intoleranz.» Der Staat müsse unmissverständlich reagieren, wenn Gräber geschändet, Bücher verbrannt sowie Menschen bedroht oder verletzt würden, sagte Merkel in ihrer Laudatio auf Panke mit Blick auf jüngste antisemitische und rechtsextremistische Anschläge.

Das Unternehmen BMW habe unter Führung Pankes unter anderem die Integration schwerstbehinderter Menschen in der Arbeitswelt, die Prävention mit Jugendlichen an sozialen Brennpunkten und das interkulturelle Lernen weltweit gefördert, betonte die Kanzlerin. Der frühere Vorstandsvorsitzende erwiderte, das internationale Unternehmen sei gerade deshalb so erfolgreich, «weil Verständigung und Toleranz Teil unserer Kultur ist».

«Prägende Sprache»
Altbundespräsident Richard von Weizsäcker sagte in seiner Laudatio: «Daniel Barenboim hat immer daran geglaubt und dafür gearbeitet, dass Musik die eine, die prägende Sprache ist, die die sonst unüberwindlich wirkenden Mauern überwinden kann, die Mauern von Hass und Intoleranz, von Religion oder nationalem Fanatismus.» Er hob Barenboims Einsatz für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern hervor.

Barenboim richtete einen Appell an die israelische Regierung. «Wir dürfen die Werte, die in der gesamten jüdischen Geschichte respektiert wurden, nämlich Würde, Großzügigkeit und Intelligenz, nicht vergessen. Wir müssen das Leid der Palästinenser anerkennen. Das macht uns nicht schwächer.» Israel habe bei seiner Gründung allen Bürgern Gleichheit versprochen, auch den nichtjüdischen.

An der Preisverleihung im Rahmen eines festlichen Dinners zu Gunsten der Kinder- und Jugendarbeit des Jüdischen Museums nahmen zahlreiche prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Medien teil. Dazu zählten Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), die Frau des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau, Christina Rau, sowie der langjährige «Tagesthemen»-Moderator Ulrich Wickert. (nz)