netzeitung.deKnobloch fordert Verbot von Nazi-Aufmärschen

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Der Zentralrat der Juden hat eine Einschränkung der Demonstrationsfreiheit für Neonazis gefordert. Dazu müsse das Grundgesetz entsprechend geändert werden, sagte Präsidentin Knobloch.

Die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, ist dagegen, Neonazis «unter dem Deckmantel der Demokratie frei herumlaufen» zu lassen. «Bei allem Demokratieverständnis: Das können wir nicht dulden», sagte sie der «Berliner Zeitung» und regte eine Änderung des Grundgesetzes an: «So weit es notwendig ist, sollte man deshalb das Gesetz ändern.»

Knobloch gab zu bedenken, dass das Ende der 40-er Jahre entstandene Grundgesetz «unter anderen Voraussetzungen» erstellt worden sei. «Es reicht heute offensichtlich nicht mehr aus, um sich juristisch der rechten Gefahr entgegenzustellen», betonte sie. Deshalb sollte man überlegen, «ob man das Grundgesetz in diese Richtung verändern sollte».
Uneinigkeit im Zentralrat
Die Zentralratspräsidentin beharrt überdies auf die Einführung eines Unterrichtsfaches zum Thema Nationalsozialismus. «Ich nenne das Fach Entstehung des Nationalsozialismus», sagte sie. Die heutigen Generationen wüssten darüber «vieles» nicht mehr, «wie man mir wirklich oft in Gesprächen versichert hat».

Knobloch stellt sich damit gegen den Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer, der dies entschieden abgelehnt hatte. «Auf Grund der Unwissenheit der heutigen Generation laufen wir Gefahr, dass Neonazis Zuspruch finden», begründete Knobloch ihre Forderung.
«Richtige» Holocaust-Vermittlung
In der Netzeitung hatte Knobloch die Auffassung vertreten, in einem extra Fach zum Thema Nationalsozialismus könne man beispielsweise «auf das Wissen von Zeitzeugen zurückgreifen und auf die Möglichkeiten, die die vielen Gedenkstätten bieten». Gerade für junge Menschen seien die Leute, die den Holocaust erlebt hätten, wichtig, sagte sie. Sie könnten Jugendlichen Fragen beantworten, die nicht in Lehrbüchern stünden.

Viele begriffen dann, dass die Judenvernichtung «ein einmaliger Völkermord in der Geschichte war». Knobloch stellte dabei in den Vordergrund, dass eine «richtige» Vermittlung des Holocaust «um Gottes Willen den jungen Menschen kein Schuldgefühl aufladen» dürfe. (nz)